1.1 Erinnerung in einer Variable und Übergang zu zwei Variablen

Bevor wir zu zwei Variablen übergehen, kurzes Auffrischen der Strategie aus Analysis I. Bei einer Funktion ff in einer Variable verläuft die Suche nach Extrema in drei Schritten: löse f(x)=0f'(x) = 0, klassifiziere die Lösungen über höhere Ableitungen oder Vorzeichenwechsel, und prüfe Randpunkte des Definitionsbereichs sowie nicht-differenzierbare Stellen extra.

In zwei Variablen funktioniert die Idee identisch, nur reicher. Statt einer Achse haben wir zwei, statt f=0f' = 0 haben wir die zwei Bedingungen fx=fy=0f_x = f_y = 0. Der Rand ist nicht mehr ein Paar Endpunkte, sondern eine Kurve oder mehrere Kurven. Nicht-Differenzierbarkeit kann an Spitzen, Kanten oder Wurzel-Ursprüngen auftreten. Drei Quellen für Extrema in zwei Variablen: innere kritische Punkte, Rand, nicht-differenzierbare Stellen. Mehr Möglichkeiten, gleiche Idee.

Merke Drei Quellen für Extrema
Merke: Innerer kritischer Punkt (fx=fy=0f_x = f_y = 0), Rand des Definitionsbereichs, nicht-differenzierbare Stelle. Drei Quellen, drei Methoden.

1.2 Definitionen: globale und lokale Extremalstellen

Vier Begriffe gehören zusammen: global gegen lokal, Maximum gegen Minimum. Wir definieren alle vier sauber, denn der Unterschied zwischen 'globalem Maximum' und 'lokalem Maximum' wird in jeder Klausur abgefragt.

Globale Extremalstelle. Sei f:D(f)Rf: D(f) \to \mathbb{R} mit D(f)R2D(f) \subset \mathbb{R}^2. Ein Punkt (x0,y0)D(f)(x_0, y_0) \in D(f) heisst globale Maximalstelle, wenn f(x0,y0)f(x,y)f(x_0, y_0) \geq f(x, y) für alle (x,y)D(f)(x, y) \in D(f) gilt. Analog mit \leq für die globale Minimalstelle.

!!
Globale Maximalstelle
(x0,y0) globale Maximalstelle:  f(x0,y0)f(x,y)  (x,y)D(f)\begin{aligned} & (x_0, y_0) \text{ globale Maximalstelle} \\ & :\Longleftrightarrow\; f(x_0, y_0) \geq f(x, y) \;\forall (x, y) \in D(f) \end{aligned}
Über den ganzen Definitionsbereich. Wert f(x0,y0)f(x_0, y_0) heisst globales Maximum.
!!
Globale Minimalstelle
(x0,y0) globale Minimalstelle:  f(x0,y0)f(x,y)  (x,y)D(f)\begin{aligned} & (x_0, y_0) \text{ globale Minimalstelle} \\ & :\Longleftrightarrow\; f(x_0, y_0) \leq f(x, y) \;\forall (x, y) \in D(f) \end{aligned}
Analog mit \leq. Wert f(x0,y0)f(x_0, y_0) heisst globales Minimum.

Lokale Extremalstelle. Schwächere Forderung: nur in einer kleinen Umgebung muss der Wert grösser bzw. kleiner sein. Formal verlangen wir die Ungleichung nicht auf ganz D(f)D(f), sondern bloss auf D(f)KD(f) \cap K für eine Kreisscheibe KK um (x0,y0)(x_0, y_0). 'Klein' heisst: irgendein KK, der Radius spielt keine Rolle.

!!!
Lokale Maximalstelle
(x0,y0) lokale Maximalstelle:  K Kreisscheibe um (x0,y0):f(x0,y0)f(x,y)  (x,y)D(f)K\begin{aligned} & (x_0, y_0) \text{ lokale Maximalstelle} \\ & :\Longleftrightarrow\; \exists\, K \text{ Kreisscheibe um } (x_0, y_0): \\ & f(x_0, y_0) \geq f(x, y) \;\forall (x, y) \in D(f) \cap K \end{aligned}
Nur in einer Umgebung das Beste. Analog für lokale Minimalstelle mit \leq.

Wertebezeichnungen. Der Punkt (x0,y0)(x_0, y_0) heisst Maximalstelle bzw. Minimalstelle, der Wert f(x0,y0)f(x_0, y_0) heisst Maximum bzw. Minimum. Sammelbegriffe: Extremalstelle (Punkt) und Extremum (Wert), beides als Oberbegriff für Max und Min. Wert und Stelle gehören zusammen, sind aber verschiedene Objekte. Eine globale Extremalstelle ist immer auch lokal, umgekehrt nicht.

Definition Globale Extremalstelle
(x0,y0)(x_0, y_0) globale Maximalstelle: f(x0,y0)f(x,y)f(x_0, y_0) \geq f(x, y) für alle (x,y)D(f)(x, y) \in D(f). Analog Minimalstelle mit \leq. Über den ganzen Definitionsbereich.
Definition Lokale Extremalstelle
(x0,y0)(x_0, y_0) lokale Maximalstelle: \exists Kreisscheibe KK um (x0,y0)(x_0, y_0) mit f(x0,y0)f(x,y)f(x_0, y_0) \geq f(x, y) für (x,y)D(f)K(x, y) \in D(f) \cap K. Nur in einer Umgebung.
Notation Maximum vs Maximalstelle (Pflicht)
Pflicht-Hinweis: 'Maximum'/'Minimum'/'Extremum' = der WERT f(x0,y0)f(x_0, y_0). 'Maximalstelle'/'Minimalstelle'/'Extremalstelle' = der PUNKT (x0,y0)(x_0, y_0). Wert und Stelle gehören zusammen, sind aber verschiedene Objekte.
Notation lokal vs global
'Lokal' fordert nur eine Kreisscheibe KK um (x0,y0)(x_0, y_0). 'Global' fordert die ganze Menge D(f)D(f). Globale Extremalstelle ist auch lokal, umgekehrt im Allgemeinen nicht.
Formel Spickzettel
f(x0,y0)f(x,y)  (x,y)D(f)Kf(x_0, y_0) \geq f(x, y)\;\forall (x, y) \in D(f) \cap K
Lokale Maximalstelle: in einer Kreisscheibe KK um (x0,y0)(x_0, y_0) ist ff dort am grössten. Global: KK wegfallen, Bedingung auf ganz D(f)D(f).

2.1 Beschränktes Gebiet plus stetig: Max und Min existieren

Bevor wir suchen, fragen wir uns: gibt es überhaupt etwas zu finden? Bei einer unbeschränkten oder unstetigen Funktion kann die Antwort 'nein' sein. Existenz globaler Extrema ist nicht gratis, sondern Folge zweier sauberer Voraussetzungen.

Satz (Existenz globaler Extrema). Ist D(f)D(f) ein beschränktes Gebiet mit Rand und ff stetig auf D(f)D(f), so existieren mindestens eine globale Maximalstelle und mindestens eine globale Minimalstelle. 'Beschränkt' heisst: es gibt eine Kreisscheibe KK, so dass D(f)KD(f) \subset K (der Definitionsbereich passt in einen endlich grossen Kreis).

!!!
Existenzsatz
D(f) beschra¨nktes Gebiet mit Rand,  f stetig  globale Max-/Minimalstelle\begin{aligned} & D(f) \text{ beschränktes Gebiet mit Rand},\; f \text{ stetig} \\ & \Longrightarrow\; \exists\, \text{globale Max-/Minimalstelle} \end{aligned}
Zwei Voraussetzungen, eine Existenz-Garantie. Beschränkt + Rand + stetig genügt.
Beschränktes Gebiet
D(f) beschra¨nkt  :  K Kreisscheibe:  D(f)KD(f) \text{ beschränkt} \;:\Longleftrightarrow\; \exists\, K \text{ Kreisscheibe}:\; D(f) \subset K
Definitionsbereich passt in einen endlich grossen Kreis.

Zwei Bilder zum Vergleich. D(f1)={x2+y21}D(f_1) = \{x^2 + y^2 \leq 1\}, die abgeschlossene Einheitskreisscheibe, ist beschränkt, denn sie passt selbst in jeden grösseren Kreis. D(f2)={y>0}D(f_2) = \{y > 0\}, die obere Halbebene, ist unbeschränkt: keine Kreisscheibe enthält sie. Auf D(f1)D(f_1) existieren globale Max und Min für jede stetige ff. Auf D(f2)D(f_2) kann eine stetige Funktion durchaus über alle Schranken wachsen oder fallen, ohne ein globales Extremum anzunehmen.

Definition Beschränktes Gebiet
D(f)KD(f) \subset K für eine Kreisscheibe KK. Definitionsbereich passt in einen endlich grossen Kreis.
Notation Beschränktes Gebiet mit Rand
'Beschränktes Gebiet mit Rand' entspricht der formalen Sprache 'kompakte Menge'. Wir benutzen den Mitschrift-Ausdruck, beide bedeuten dasselbe.
Merke Existenz-Garantie
Merke: Beschränkt + Rand + stetig \Rightarrow globale Max und Min existieren. Ohne Beschränktheit keine Garantie.
Formel Spickzettel
D(f) kompakt,  f stetigglob. Max/MinD(f) \text{ kompakt},\; f \text{ stetig} \Rightarrow \exists\, \text{glob. Max/Min}
Existenz-Satz in einer Zeile. Voraussetzung Kompaktheit (\Leftrightarrow beschränktes Gebiet mit Rand).

3.1 Drei Typen: Rand, nicht-differenzierbar, kritischer Punkt

Wo kann eine lokale Extremalstelle überhaupt sitzen? Drei Möglichkeiten, mehr nicht. Diese Aufzählung ist die notwendige Bedingung, der Hauptsatz dieses Kapitels.

Satz (notwendige Bedingung). Sei f:D(f)Rf: D(f) \to \mathbb{R} und (x0,y0)(x_0, y_0) eine lokale Extremalstelle. Dann gilt mindestens eines der drei: (i) (x0,y0)(x_0, y_0) liegt auf dem Rand von D(f)D(f), oder (ii) fx(x0,y0)f_x(x_0, y_0) oder fy(x0,y0)f_y(x_0, y_0) ist nicht definiert, oder (iii) fx(x0,y0)=fy(x0,y0)=0f_x(x_0, y_0) = f_y(x_0, y_0) = 0.

!!!
Notwendige Bedingung
(x0,y0) lokale Extremalstelle  (i) (x0,y0) auf Rand von D(f), oder(ii) fx oder fy nicht definiert, oder(iii) fx(x0,y0)=fy(x0,y0)=0\begin{aligned} & (x_0, y_0) \text{ lokale Extremalstelle} \;\Longrightarrow \\ & \text{(i) } (x_0, y_0) \text{ auf Rand von } D(f), \text{ oder} \\ & \text{(ii) } f_x \text{ oder } f_y \text{ nicht definiert, oder} \\ & \text{(iii) } f_x(x_0, y_0) = f_y(x_0, y_0) = 0 \end{aligned}
Drei Typen, mindestens einer trifft zu. 'Mindestens', weil Rand-Punkt zugleich nicht-diff'bar oder kritisch sein kann.

Bemerkung zu Fall (iii). Aus fx(x0,y0)=fy(x0,y0)=0f_x(x_0, y_0) = f_y(x_0, y_0) = 0 folgt, dass die Tangentialebene am Punkt (x0,y0)(x_0, y_0) horizontal liegt: ihre beiden Steigungen verschwinden. Die lineare Ersatzfunktion aus IV.4 wird damit konstant. Anschaulich: an einer Stelle mit grad(f)=0\operatorname{grad}(f) = \mathbf{0} ist der Hügel lokal flach, die Tangentialebene parallel zur xyxy-Ebene.

Bemerkung zur Logik. Die Implikation läuft nur in eine Richtung. Eine lokale Extremalstelle erfüllt mindestens eine der drei Bedingungen. Umgekehrt liefert nicht jeder Punkt, der eine der drei erfüllt, eine Extremalstelle. Sattelpunkte und Wendestellen erfüllen (iii) ohne Extremum zu sein, wir kümmern uns darum in §4.

Definition Drei Typen
Notwendige Bedingung: lokale Extremalstelle liegt auf (i) Rand, oder (ii) nicht-diff'bar, oder (iii) kritischer Punkt mit fx=fy=0f_x = f_y = 0.
Merke Horizontale Tangentialebene
Merke: fx=fy=0f_x = f_y = 0 bedeutet grad(f)=0\operatorname{grad}(f) = \mathbf{0}, also horizontale Tangentialebene. Lineare Ersatzfunktion (IV.4) wird konstant.
Notation Rand vs Inneres
'Rand' und 'inneres Gebiet' sind Topologie-Begriffe, hier intuitiv verwendet. Rand = Begrenzungskurve von D(f)D(f); Inneres = Punkte mit einer kleinen Kreisscheibe ganz in D(f)D(f).
Formel Spickzettel
(x0,y0) lok. Extr.Rand,  nicht-diff,  oder fx=fy=0(x_0, y_0) \text{ lok. Extr.} \Rightarrow \text{Rand},\; \text{nicht-diff},\; \text{oder } f_x = f_y = 0
Drei Kandidaten-Typen. Jeder Fall braucht eigene Methode (Rand: parametrisieren; nicht-diff: Wurzel/Spitze prüfen; kritisch: Gleichungssystem).

3.2 Beispiel Typ (ii): f(x,y)=x2+y2f(x, y) = \sqrt{x^2 + y^2}

Klassiker für nicht-differenzierbare Extremalstelle: die Wurzel-Spitze am Ursprung. Wir nehmen f(x,y)=x2+y2f(x, y) = \sqrt{x^2 + y^2}, der Abstand vom Ursprung. D(f)=R2D(f) = \mathbb{R}^2, W(f)=[0,)W(f) = [0, \infty).

Beispiel Typ (ii)
f(x,y)=x2+y2f(x, y) = \sqrt{x^2 + y^2}
Abstand vom Ursprung. Definiert auf ganz R2\mathbb{R}^2, Werte nicht-negativ.

Partielle Ableitungen ausrechnen: Kettenregel mit innerer Ableitung x(x2+y2)=2x\partial_x(x^2 + y^2) = 2x, äusserer Ableitung 12u\frac{1}{2\sqrt{u}} für u=x2+y2u = x^2 + y^2. Faktor 22 kürzt sich. Analog für fyf_y. Beide haben x2+y2\sqrt{x^2 + y^2} im Nenner: am Ursprung (0,0)(0, 0) wird der Nenner null, beide Ableitungen sind dort nicht definiert.

!!
Partielle Ableitungen
fx=xx2+y2,    fy=yx2+y2nicht definiert bei (x0,y0)=(0,0)aber f(0,0)=0 ist Minimum\begin{aligned} f_x &= \frac{x}{\sqrt{x^2 + y^2}}, \;\; f_y = \frac{y}{\sqrt{x^2 + y^2}} \\ & \text{nicht definiert bei } (x_0, y_0) = (0, 0) \\ & \text{aber } f(0, 0) = 0 \text{ ist Minimum} \end{aligned}
Nenner verschwindet am Ursprung. Trotzdem ist (0,0)(0, 0) globale Minimalstelle, Typ (ii).

Trotz fehlender Ableitung am Ursprung ist f(0,0)=0f(0, 0) = 0 ein globales (und damit lokales) Minimum: f0f \geq 0 überall (u0\sqrt{u} \geq 0 für u0u \geq 0), und f=0f = 0 wird nur bei x=y=0x = y = 0 erreicht. Der Ursprung ist also Typ-(ii)-Kandidat: nicht-differenzierbar, aber Extremum.

Geometrisch ist Γ(f)\Gamma(f) ein Kegel mit Spitze am Ursprung. Die Spitze ist der Tiefpunkt, hat aber keine wohldefinierte Tangentialebene, weil sich der Kegel-Mantel an der Spitze nicht glatt anschmiegt.

Notation Wurzel-Spitze
x2+y2\sqrt{x^2 + y^2} hat 'Spitze' am Ursprung, gleicher Effekt wie x|x| bei 00 in einer Variable. Tangentialebene existiert dort nicht.
Merke Typ-(ii)-Falle
Merke: bei Wurzel, Betrag, Logarithmus an Spitzen und Rändern auf Typ (ii) prüfen. Bei Polynomen leer.

4.1 fx=fy=0f_x = f_y = 0 allein reicht nicht

Aus Gleichung (iii) folgt noch nicht, dass (x0,y0)(x_0, y_0) eine lokale Extremalstelle ist. Es kann auch ein Sattelpunkt sein: ein Punkt mit horizontaler Tangentialebene, der in einer Richtung minimal, in einer anderen maximal ist. Geometrisch wie ein Pferdesattel.

Klassisches Beispiel. f(x,y)=x2y2f(x, y) = x^2 - y^2 am Ursprung: fx=2x=0f_x = 2x = 0 und fy=2y=0f_y = -2y = 0 liefern (x0,y0)=(0,0)(x_0, y_0) = (0, 0) als kritischen Punkt. Aber: f(x,0)=x20f(x, 0) = x^2 \geq 0 (Minimum entlang der xx-Achse), und f(0,y)=y20f(0, y) = -y^2 \leq 0 (Maximum entlang der yy-Achse). In jeder beliebig kleinen Umgebung des Ursprungs nimmt ff sowohl positive als auch negative Werte an. Kein lokales Extremum.

Daher ist Bedingung (iii) nur notwendig, nicht hinreichend. Hinreichende Klassifikation kritischer Punkte (Hesse-Matrix, Diskriminante) kommt in einem späteren Kapitel. In IV.5 reicht die notwendige Form, denn wir vergleichen am Schluss alle Kandidaten-Werte miteinander.

Definition Sattelpunkt
Sattelpunkt: Punkt mit fx=fy=0f_x = f_y = 0, aber kein Extremum. In einer Richtung Min, in anderer Max. Beispiel: f=x2y2f = x^2 - y^2 am Ursprung.
Notation Notwendig vs hinreichend (Pflicht)
Pflicht-Hinweis: \Longrightarrow in (iii) ist NUR notwendig, nicht hinreichend. 'Notwendig \neq hinreichend' ist die häufigste Anfänger-Falle bei Aussagenlogik.
Notation Kritischer Punkt
'Kritischer Punkt' = innerer Punkt mit fx=fy=0f_x = f_y = 0. Kandidat für ein Extremum, aber Sattel ist auch möglich. Der Werte-Vergleich entscheidet globale Extrema; lokale Klassifikation braucht ein eigenes Kriterium.
Merke Hinreichend kommt später
Merke: hinreichende Klassifikation (Hesse-Matrix) kommt in einem späteren Kapitel. In IV.5 entscheidet der Werte-Vergleich aller Kandidaten.

5.1 Sechs-Schritte-Schema

Aus den drei Typen plus Existenz-Satz wird ein mechanisches Schema. Sechs Schritte, jeder klar definiert, am Ende der Werte-Vergleich. Funktioniert auch bei kompliziertem Rand mit Parabel- oder Hyperbel-Bögen.

Vorgehen. (1) Existenz prüfen: D(f)D(f) beschränkt mit Rand und ff stetig? Falls ja, garantiert der Existenz-Satz globale Max und Min. (2) Kritische Punkte im Inneren: löse fx=fy=0f_x = f_y = 0 und sammle die Punkte, die in D(f)D(f) liegen, ohne auf dem Rand zu sein. (3) Nicht-differenzierbare Stellen sammeln. Bei Polynomen leer. (4) Rand zerlegen in parametrisierbare Teilstücke. (5) Pro Teilstück: Extrema in einer Variable suchen (innerer Punkt mit f=0f' = 0, Endpunkte separat). (6) Alle Kandidaten-Werte ausrechnen, grösster ist globales Maximum, kleinster ist globales Minimum.

Phase Was tun Resultat
1. Existenz prüfen D(f)D(f) beschränkt mit Rand? ff stetig? Garantie für globale Extrema
2. Kritische Punkte fx=fy=0f_x = f_y = 0 lösen, Punkte im Inneren sammeln Kandidaten Typ (iii)
3. Nicht-diff'bar Wurzel-, Betrags-, Log-Stellen prüfen Kandidaten Typ (ii)
4. Rand zerlegen Parametrisierbare Teilstücke aufteilen Wegstücke
5. Rand-Extrema Pro Stück Extrema in einer Variable: f=0f' = 0 und Endpunkte Kandidaten Typ (i)
6. Werte-Bilanz Alle Kandidaten-Werte ausrechnen, vergleichen Globales Max und Min
Strategie zum Finden globaler Extrema. Sechs Schritte vom Existenz-Check zur Werte-Bilanz.
Merke Schema in einer Zeile
Merke: drei Kandidaten-Typen sammeln (Inneres, nicht-diff'bar, Rand), dann Werte vergleichen. Existenz-Satz garantiert: globale Extrema sind unter den Kandidaten.
Formel Spickzettel
Kand.={fx=fy=0}{nicht-diff}D(f)\text{Kand.} = \{f_x = f_y = 0\} \cup \{\text{nicht-diff}\} \cup \partial D(f)
Drei Kandidaten-Mengen, vereinigen, Werte ausrechnen, grösster ist Max, kleinster ist Min.

5.2 Beispiel 1: f(x,y)=x2+2y2f(x, y) = x^2 + 2 y^2 auf der Einheitskreisscheibe

Einfachstes Beispiel: Inneres folgt direkt aus der Form der Funktion, Rand parametrisieren. Die Funktion ist eine 'gestauchte Schüssel' (in yy-Richtung doppelt so steil wie in xx-Richtung), Definitionsbereich die geschlossene Einheitskreisscheibe.

Beispiel 1: Funktion und Definitionsbereich
f(x,y)=x2+2y2,    D(f)={(x,y)x2+y21}f(x, y) = x^2 + 2 y^2, \;\; D(f) = \{(x, y) \mid x^2 + y^2 \leq 1\}
Schüssel mit Streckung in yy-Richtung. D(f)D(f) ist die abgeschlossene Einheitskreisscheibe.

Existenz-Check. D(f)D(f) ist beschränkt (passt in jede Kreisscheibe Radius 1\geq 1) und mit Rand (geschlossene Kreisscheibe). ff ist Polynom, also stetig. Existenz-Satz greift, globale Max und Min existieren.

Inneres. Globales Min folgt by inspection: f0f \geq 0 überall (x2,2y2x^2, 2y^2 sind nicht-negativ), f(0,0)=0f(0, 0) = 0. Kein anderer Punkt kann einen kleineren Wert haben. (0,0)(0, 0) ist innerer Punkt von D(f)D(f).

Globales Minimum
f(0,0)=0 ist globales Minimum, (0,0) globale Minimalstellef(0, 0) = 0 \text{ ist globales Minimum, } (0, 0) \text{ globale Minimalstelle}
By inspection, kein anderer Punkt unterbietet den Wert null.

Kritische Punkte. fx=2x=0f_x = 2x = 0 und fy=4y=0f_y = 4y = 0 liefern (0,0)(0, 0) als einzigen kritischen Punkt. Wert dort ist 00, schon als globales Min identifiziert.

Maximum. ff wächst mit x|x| und y|y|, also liegt das Maximum auf dem Rand x2+y2=1x^2 + y^2 = 1. Auf dem Rand parametrisieren: setze x2+y2=1x^2 + y^2 = 1 ein, also fRand=x2+y2+y2=1+y2f|_{\text{Rand}} = x^2 + y^2 + y^2 = 1 + y^2. Das ist eine Funktion in einer Variable (y[1,1]y \in [-1, 1], denn yy läuft auf dem Einheitskreis).

!!
Rand-Auswertung
f(x,y)x2+y2=1=x2+y2+y2=1+y2maximal bei y=±1,  x=0\begin{aligned} f(x, y)\bigl|_{x^2+y^2=1} &= x^2 + y^2 + y^2 = 1 + y^2 \\ &\text{maximal bei } y = \pm 1,\; x = 0 \end{aligned}
Auf dem Rand wird ff zu 1+y21 + y^2 in einer Variable. Maximum bei y|y| maximal.

1+y21 + y^2 ist maximal bei y=1|y| = 1, also y=±1y = \pm 1 und damit x=0x = 0. Wert dort:

Globales Maximum
f(0,±1)=2 ist globales Maximumf(0, \pm 1) = 2 \text{ ist globales Maximum}
Zwei globale Maximalstellen: (0,1)(0, 1) und (0,1)(0, -1). Wert beidemal 22.
Merke Wo das Maximum sitzt
Merke: bei einer Schüssel-Funktion auf abgeschlossener Kreisscheibe sitzt das Min in der Mitte (Inneres) und das Max am Rand. Standard-Konfiguration.

5.3 Beispiel 2: lineares ff auf einem rechtwinkligen Dreieck

Lineare Funktion auf abgeschlossenem Dreieck: alle Extrema müssen auf dem Rand liegen. Ein lehrreiches Beispiel, weil das Maximum nicht in einer einzelnen Ecke, sondern auf einer ganzen Kante sitzt.

Aufbau. Sei a>0a > 0 eine feste positive Zahl. Die Gerade G:x+y=aG: x + y = a bildet zusammen mit der xx-Achse und der yy-Achse ein rechtwinkliges Dreieck mit den Eckpunkten (0,0)(0, 0), (a,0)(a, 0) und (0,a)(0, a). Für einen Punkt P=(x,y)P = (x, y) im Dreieck oder auf dem Rand definiere f(P)f(P) als die Summe der Abstände zu den drei Geraden xx-Achse, yy-Achse und GG. Abstand zur xx-Achse ist yy (für y0y \geq 0), zur yy-Achse ist xx (für x0x \geq 0), zur Geraden x+y=ax + y = a ist 12axy\frac{1}{\sqrt{2}}|a - x - y|.

Dreieck: Funktion
f(x,y)=y+x+12(axy)f(x, y) = y + x + \tfrac{1}{\sqrt{2}}(a - x - y)
Im Dreieck gilt axy0a - x - y \geq 0, daher Betrag weglassbar. Linear in (x,y)(x, y).
Dreieck: Definitionsbereich
D(f)={(x,y)x0,  y0,  x+ya}D(f) = \{(x, y) \mid x \geq 0,\; y \geq 0,\; x + y \leq a\}
Abgeschlossenes Dreieck mit Eckpunkten (0,0)(0, 0), (a,0)(a, 0), (0,a)(0, a).

Existenz-Check. D(f)D(f) ist beschränkt (passt in einen Kreis Radius aa) und mit Rand (abgeschlossenes Dreieck). ff ist linear, also stetig. Existenz-Satz greift.

Typ (ii). ff ist linear, überall differenzierbar. Keine Typ-(ii)-Kandidaten.

Typ (iii). Beide partiellen Ableitungen sind konstant und nicht null:

!!
Dreieck: partielle Ableitungen
fx=1120fy=1120\begin{aligned} f_x &= 1 - \tfrac{1}{\sqrt{2}} \neq 0 \\ f_y &= 1 - \tfrac{1}{\sqrt{2}} \neq 0 \end{aligned}
Konstant ungleich null, denn 1/2<11/\sqrt{2} < 1. Keine Typ-(iii)-Kandidaten im Inneren.

Kein kritischer Punkt im Inneren. Alle Extremalstellen liegen also auf dem Rand. Den Rand zerlegen in drei Strecken: xx-Achse zwischen (0,0)(0, 0) und (a,0)(a, 0); yy-Achse zwischen (0,0)(0, 0) und (0,a)(0, a); Gerade GG zwischen (a,0)(a, 0) und (0,a)(0, a).

Strecke entlang der xx-Achse. y=0y = 0, x[0,a]x \in [0, a]. Einsetzen:

Dreieck: xx-Achsen-Strecke
f(x,0)x[0,a]=x+12(ax)f(x, 0)\bigl|_{x \in [0, a]} = x + \tfrac{1}{\sqrt{2}}(a - x)
Linear in xx, Steigung 11/2>01 - 1/\sqrt{2} > 0. Maximum am rechten Endpunkt x=ax = a, Minimum am linken x=0x = 0.

Linear mit positiver Steigung, also monoton steigend. Endpunkte (0,0)(0, 0) mit Wert a/2a/\sqrt{2} und (a,0)(a, 0) mit Wert aa. Keine inneren kritischen Punkte (denn fx0f_x \neq 0 überall).

Strecke entlang der yy-Achse. Symmetrisch zur vorigen, f(0,y)f(0, y) ergibt analog y+12(ay)y + \frac{1}{\sqrt{2}}(a - y). Endpunkte (0,0)(0, 0) mit Wert a/2a/\sqrt{2} und (0,a)(0, a) mit Wert aa.

Strecke entlang GG. Auf GG gilt x+y=ax + y = a, also axy=0a - x - y = 0. Einsetzen: f(x,y)=y+x+0=af(x, y) = y + x + 0 = a. Konstant! Auf der ganzen Strecke GG ist faf \equiv a.

!!!
Dreieck: Kandidatenliste
(0,0):  f(0,0)=a2    (globales Minimum)(a,0):  f(a,0)=a(0,a):  f(0,a)=a(x,y) auf G:  f(x,y)=a\begin{aligned} (0, 0) &: \; f(0, 0) = \tfrac{a}{\sqrt{2}} \;\;(\text{globales Minimum}) \\ (a, 0) &: \; f(a, 0) = a \\ (0, a) &: \; f(0, a) = a \\ (x, y) \text{ auf } G &: \; f(x, y) = a \end{aligned}
Globales Min bei (0,0)(0, 0) mit Wert a/2a/\sqrt{2}; globales Max ist aa, angenommen auf der ganzen Strecke GG.

Werte-Bilanz. Kleinster Wert ist a/2a/\sqrt{2} bei (0,0)(0, 0), das ist das globale Minimum. Grösster Wert ist aa, angenommen an allen Punkten von GG (inklusive der Endpunkte (a,0)(a, 0) und (0,a)(0, a), die ja auf GG liegen). Globales Maximum nicht eindeutig, sondern auf der ganzen Strecke GG.

Notation axy|a - x - y|
Im Dreieck gilt x+yax + y \leq a, also axy0a - x - y \geq 0 und der Betrag fällt weg. Daher die einfache Form f=y+x+12(axy)f = y + x + \frac{1}{\sqrt{2}}(a - x - y).
Merke Maximum auf ganzer Kante
Merke: bei linearem ff auf Polygon kann das Maximum auf einer ganzen Kante sitzen, wenn die Niveaulinie tangential zu dieser Kante verläuft. Hier: G{f=a}G \equiv \{f = a\}.

5.4 Beispiel 3: Polynom auf Parabel-begrenztem Gebiet

Volles Klausur-Beispiel mit allen drei Kandidaten-Typen plus zusammengesetztem Rand. Hier sehen wir das Schema in voller Aktion: kritischer Punkt im Inneren, Rand aus zwei Segmenten (Strecke plus Parabelbogen), Werte-Bilanz am Schluss.

Beispiel 3: Funktion
f(x,y)=2x32x+y2f(x, y) = 2 x^3 - 2 x + y^2
Polynom dritten Grades in xx, zweiten Grades in yy. Mischterm-frei.
Beispiel 3: Definitionsbereich
D(f)={(x,y)x0,  y21x}D(f) = \{(x, y) \mid x \geq 0,\; y^2 \leq 1 - x\}
Abgeschlossenes Gebiet zwischen yy-Achse (x=0x = 0) und der nach links geöffneten Parabel y2=1xy^2 = 1 - x.

Existenz-Check. D(f)D(f) ist beschränkt (eingeschlossen zwischen x=0x = 0 und der Parabel, y1|y| \leq 1, x1x \leq 1) und mit Rand. ff ist Polynom, also stetig. Existenz-Satz greift.

Typ (ii). ff ist Polynom, überall beliebig oft differenzierbar. Keine Typ-(ii)-Kandidaten.

Typ (iii) im Inneren. Lösen fx=0f_x = 0 und fy=0f_y = 0:

!!
Beispiel 3: Inneres
fx=6x22=!0    x=±13fy=2y=!0    y=0\begin{aligned} f_x &= 6 x^2 - 2 \stackrel{!}{=} 0 \;\Longrightarrow\; x = \pm \tfrac{1}{\sqrt{3}} \\ f_y &= 2 y \stackrel{!}{=} 0 \;\Longrightarrow\; y = 0 \end{aligned}
Zwei Lösungen: (±1/3,0)(\pm 1/\sqrt{3}, 0). Nur eine liegt in D(f)D(f).

Zwei Kandidaten-Punkte: (1/3,0)(1/\sqrt{3}, 0) und (1/3,0)(-1/\sqrt{3}, 0). Welche liegen in D(f)D(f)? Bedingung x0x \geq 0 schliesst 1/3<0-1/\sqrt{3} < 0 aus. Bei 1/30.5771/\sqrt{3} \approx 0.577 ist 02=011/30.420^2 = 0 \leq 1 - 1/\sqrt{3} \approx 0.42, also passt es zur Parabel-Schranke. Bleibt der innere Kandidat (1/3,0)(1/\sqrt{3}, 0) mit Funktionswert:

Beispiel 3: Innerer Kandidat
(13,0)D(f),    f(13,0)=1627(\tfrac{1}{\sqrt{3}}, 0) \in D(f),\;\; f(\tfrac{1}{\sqrt{3}}, 0) = -\sqrt{\tfrac{16}{27}}
Wert nachrechnen: 2(1/3)32(1/3)=4/(33)=16/270.772(1/\sqrt{3})^3 - 2(1/\sqrt{3}) = -4/(3\sqrt{3}) = -\sqrt{16/27} \approx -0.77.

Rand zerlegen. Zwei Segmente: (a) Strecke entlang x=0x = 0 mit y[1,1]y \in [-1, 1] (linker Rand des Gebiets); (b) Parabelbogen y2=1xy^2 = 1 - x mit x[0,1]x \in [0, 1] (rechter Rand). Endpunkte beider Segmente sind (0,1)(0, 1) und (0,1)(0, -1), also gemeinsam.

Strecke x=0x = 0. Einsetzen liefert f(0,y)=00+y2=y2f(0, y) = 0 - 0 + y^2 = y^2 auf y[1,1]y \in [-1, 1].

Beispiel 3: Strecke
f(0,y)y[1,1]=y2f(0, y)\bigl|_{y \in [-1, 1]} = y^2
Auf dem linken Rand wird ff zu y2y^2, eine Funktion in einer Variable.

Ableitung in einer Variable: ddyy2=2y=0y=0\frac{d}{dy} y^2 = 2y = 0 \Rightarrow y = 0. Innerer Kandidat (0,0)(0, 0) mit Wert 00. Endpunkte (0,±1)(0, \pm 1) mit Wert 11.

!!
Beispiel 3: Strecken-Kandidaten
(0,±1):  f(0,±1)=1(0,0):  f(0,0)=0\begin{aligned} (0, \pm 1) &: \; f(0, \pm 1) = 1 \\ (0, 0) &: \; f(0, 0) = 0 \end{aligned}
Drei Kandidaten von der Strecke. Der Punkt (0,0)(0, 0) ist innerer Punkt der Strecke, aber Rand-Punkt von D(f)D(f).

Parabelbogen y2=1xy^2 = 1 - x. Substitution y2=1xy^2 = 1 - x in ff einsetzen: fBogen=2x32x+(1x)=2x33x+1f|_{\text{Bogen}} = 2 x^3 - 2 x + (1 - x) = 2 x^3 - 3 x + 1. Eine Funktion in einer Variable mit x[0,1]x \in [0, 1].

Beispiel 3: Parabelbogen
f(x,y)y2=1x=2x32x+(1x)=2x33x+1f(x, y)\bigl|_{y^2 = 1 - x} = 2 x^3 - 2 x + (1 - x) = 2 x^3 - 3 x + 1
Substitution y2=1xy^2 = 1 - x ersetzt y2y^2 durch 1x1 - x. ff wird Funktion in einer Variable.

Innere Kandidaten: x(2x33x+1)=6x23=!0x2=1/2x=±1/2\frac{\partial}{\partial x}(2 x^3 - 3 x + 1) = 6 x^2 - 3 \stackrel{!}{=} 0 \Rightarrow x^2 = 1/2 \Rightarrow x = \pm 1/\sqrt{2}. Nur x=1/20.71x = 1/\sqrt{2} \approx 0.71 liegt in [0,1][0, 1], 1/2<0-1/\sqrt{2} < 0 nicht. Wert dort:

!!
Beispiel 3: Parabelbogen-Lokales
x(2x33x+1)=6x23=!0  x=12    (12D(f))f(12,y)=120.41\begin{aligned} \tfrac{\partial}{\partial x}(2 x^3 - 3 x + 1) &= 6 x^2 - 3 \stackrel{!}{=} 0 \\ &\Longrightarrow\; x = \tfrac{1}{\sqrt{2}}\;\;(-\tfrac{1}{\sqrt{2}} \notin D(f)) \\ f(\tfrac{1}{\sqrt{2}}, y) &= 1 - \sqrt{2} \approx -0.41 \end{aligned}
Auf dem Parabelbogen bei x=1/2x = 1/\sqrt{2}, der Wert ist 121 - \sqrt{2}. Endpunkte (0,±1)(0, \pm 1) schon von der Strecke betrachtet.

Werte-Bilanz. Alle Kandidaten zusammenführen und Werte vergleichen. Innerer Kandidat (1/3,0)(1/\sqrt{3}, 0) mit 16/270.77-\sqrt{16/27} \approx -0.77. Strecke: (0,0)(0, 0) mit 00, (0,±1)(0, \pm 1) mit 11. Parabelbogen: (1/2,±11/2)(1/\sqrt{2}, \pm \sqrt{1 - 1/\sqrt{2}}) mit 120.411 - \sqrt{2} \approx -0.41.

Grösster Wert: 11, angenommen bei (0,±1)(0, \pm 1). Kleinster Wert: 16/27-\sqrt{16/27}, angenommen bei (1/3,0)(1/\sqrt{3}, 0).

!!!
Beispiel 3: Resultate
Globales Max:f(0,±1)=1Globales Min:f(13,0)=16270.77\begin{aligned} \text{Globales Max} &: f(0, \pm 1) = 1 \\ \text{Globales Min} &: f(\tfrac{1}{\sqrt{3}}, 0) = -\sqrt{\tfrac{16}{27}} \approx -0.77 \end{aligned}
Maximum auf dem Rand (Strecke-Endpunkte). Minimum im Inneren (kritischer Punkt).
Merke Volles Klausur-Beispiel
Merke: alle drei Typen plus zusammengesetzter Rand. Lehrt das Schema vollständig: Inneres, Strecke, Parabelbogen, Werte-Bilanz.
Formel Spickzettel: Resultate
max=1,    min=16/27\max = 1,\;\; \min = -\sqrt{16/27}
Globales Max bei (0,±1)(0, \pm 1), globales Min bei (1/3,0)(1/\sqrt{3}, 0). Werte aus der Bilanz aller drei Kandidaten-Typen.

6.1 Aufgaben

Aufgaben werden vom Nutzer geliefert. Standard-Vorgehen: Existenz-Check (D(f)D(f) beschränkt mit Rand und ff stetig), drei Kandidaten-Typen sammeln (Rand, nicht-differenzierbar, kritischer Punkt mit fx=fy=0f_x = f_y = 0), Werte vergleichen. Cheat-Sheet aus §5.1 deckt das Schema vollständig ab. Bei zusammengesetztem Rand jedes Teilstück einzeln parametrisieren und Extrema in einer Variable suchen.