1.1 Tangente und Differential aus Analysis I

Bevor wir in zwei Variablen linearisieren, kurzes Auffrischen aus Analysis I. In einer Variable beschreibt die Tangente tt an ff am Stützpunkt x0x_0 den Funktionsverlauf in einer Umgebung. Sie hat zwei Bauteile: den Funktionswert f(x0)f(x_0) am Stützpunkt und die Steigung f(x0)f'(x_0) mal die Veränderung (xx0)(x - x_0) in xx-Richtung.

Tangente in einer Variable
t(x)=f(x0)+f(x0)(xx0)t(x) = f(x_0) + f'(x_0)\cdot(x - x_0)
Stützpunkt plus Steigung mal Veränderung. Zwei Bauteile, ein linearer Ausdruck.

Das Differential dfdf ist die infinitesimale Variante der Steigung. Statt einer endlichen Veränderung Δx\Delta x in xx und der zugehörigen Veränderung Δf=f(x0+Δx)f(x0)\Delta f = f(x_0+\Delta x) - f(x_0) rechnen wir mit infinitesimalen Schritten dxdx und dfdf.

Differential in einer Variable
df=f(x0)dxdf = f'(x_0)\,dx
Infinitesimal-Schreibweise. Steigung mal Differenz dxdx ergibt Differential dfdf.

Approximations-Aussage: für kleine Schritte ist die Tangente eine gute Näherung. Identifiziert man Δx=dx\Delta x = dx, gilt Δfdf\Delta f \approx df.

Anschaulich heisst das, du darfst die Kurve durch ihre Tangente ersetzen, solange du nicht zu weit weg vom Stützpunkt schaust. Je glatter ff und je kleiner Δx\Delta x, desto besser. Genau diese Idee bauen wir gleich auf zwei Variablen aus, dort wird aus der Geraden eine Ebene.

Approximation in einer Variable
Δx=dx klein    Δfdf\Delta x = dx \text{ klein} \;\Longrightarrow\; \Delta f \approx df
Steigungsterm liefert die lineare Näherung der echten Veränderung Δf\Delta f.
Definition Tangente in einer Variable
t(x)=f(x0)+f(x0)(xx0)t(x) = f(x_0) + f'(x_0)(x - x_0). Steigungs-Gerade durch den Stützpunkt (x0,f(x0))(x_0, f(x_0)). Aus Analysis I bekannt.
Notation Δx\Delta x vs dxdx
Δx\Delta x ist eine kleine endliche Veränderung in xx, dxdx die infinitesimale Variante. Praktisch setzt man dx=Δxdx = \Delta x klein und rechnet.
Formel Spickzettel
df=f(x0)dxdf = f'(x_0)\,dx
Differential gleich Steigung mal Differenz. Inhalt der Tangente, andere Schreibweise.

1.2 Idee in zwei Variablen: zwei Richtungen statt einer

Bei einer Variable gibt's nur eine Richtung, also eine Steigung f(x0)f'(x_0). Bei zwei Variablen kommen zwei Richtungen ins Spiel (xx- und yy-Richtung), also zwei Steigungen fx(x0,y0)f_x(x_0, y_0) und fy(x0,y0)f_y(x_0, y_0). Aus der Tangente an die Kurve wird die Tangentialebene am Hügel.

Stell dir den Hügel z=f(x,y)z = f(x, y) vor. An jedem inneren Punkt liegt eine Tangentialebene am Hügel an, wie ein flaches Brett, das den Hügel an genau einem Punkt berührt und in der Umgebung möglichst eng anliegt. Das ist das Pendant der Tangente in zwei Variablen.

Wichtig: zwei Steigungen, nicht eine. fxf_x misst, wie steil der Hügel ansteigt, wenn du ein Stück in xx-Richtung gehst (also 'nach Osten'); fyf_y ist die analoge Steigung 'nach Norden'. Eine einzige Zahl reicht nicht, weil der Hügel je nach Himmelsrichtung anders aussehen kann (im Extremfall: bergauf in eine Richtung, bergab in die andere).

Merke Bild im Kopf
Tangente in einer Variable wird zur Tangentialebene in zwei Variablen. Flaches Brett liegt am Hügel an.

2.1 Definition: Lineare Ersatzfunktion

Die formale Übersetzung des Tangentialebenen-Bilds ist die lineare Ersatzfunktion. Drei Bauteile, jedes anschaulich: der Stützpunkt f(x0,y0)f(x_0, y_0) liefert die Starthöhe; der xx-Term fx(x0,y0)(xx0)f_x(x_0, y_0)\cdot(x - x_0) beschreibt das Ansteigen in xx-Richtung; der yy-Term fy(x0,y0)(yy0)f_y(x_0, y_0)\cdot(y - y_0) macht dasselbe in yy-Richtung.

!!!
Lineare Ersatzfunktion
t:(x,y)  f(x0,y0)+fx(x0,y0)(xx0)+fy(x0,y0)(yy0)\begin{aligned} t: (x, y) \mapsto\; & f(x_0, y_0) \\ &+ f_x(x_0, y_0)\cdot(x - x_0) \\ &+ f_y(x_0, y_0)\cdot(y - y_0) \end{aligned}
Drei Bauteile: Stützpunkt-Höhe, xx-Beitrag, yy-Beitrag. Jeder Bauteil eine eigene Zeile.

Schau die drei Zeilen einzeln an. Der Stützpunkt f(x0,y0)f(x_0, y_0) legt die Starthöhe am Anker fest. Der zweite Term wächst linear, wenn du in xx-Richtung wegläufst, und zwar mit Steigung fx(x0,y0)f_x(x_0, y_0). Der dritte Term macht dasselbe für die yy-Richtung. Zusammen ergibt sich die Ebene, die am Stützpunkt am Hügel klebt und in beiden Richtungen die richtige Steigung hat.

Definition Lineare Ersatzfunktion tt
t(x,y)=f(x0,y0)+fx(x0,y0)(xx0)+fy(x0,y0)(yy0)t(x, y) = f(x_0, y_0) + f_x(x_0, y_0)(x - x_0) + f_y(x_0, y_0)(y - y_0). Linear in (x,y)(x, y), am Stützpunkt (x0,y0)(x_0, y_0) verankert.
Merke Drei Bauteile
Merke: Stützpunkt-Höhe f(x0,y0)f(x_0, y_0), xx-Beitrag fx(xx0)f_x \cdot (x-x_0), yy-Beitrag fy(yy0)f_y \cdot (y-y_0). Jeder Bauteil hat anschauliche Bedeutung.
Formel Spickzettel
t=f+fx(xx0)+fy(yy0)t = f + f_x(x-x_0) + f_y(y-y_0)
Stützpunkt-Werte einsetzen, fertig. Alle drei Werte am gleichen Punkt (x0,y0)(x_0, y_0) ausgewertet.

2.2 Beispiel: f(x,y)=x2+y2f(x, y) = x^2 + y^2 am Punkt (1,2)(1, 2)

Konkrete Rechnung am Vorlesungs-Beispiel. Wir nehmen f(x,y)=x2+y2f(x, y) = x^2 + y^2 und linearisieren am Stützpunkt (x0,y0)=(1,2)(x_0, y_0) = (1, 2). Drei Werte am Stützpunkt rechnen, dann ins Schema einsetzen.

Stützpunkt-Wert f(x0,y0)f(x_0, y_0)
f(x0,y0)=f(1,2)=12+22=5f(x_0, y_0) = f(1, 2) = 1^2 + 2^2 = 5
Erste Zahl, einfach einsetzen.
Stützpunkt-Wert fxf_x
fx(x0,y0)=2x0=2f_x(x_0, y_0) = 2 x_0 = 2
Allgemein fx=2xf_x = 2x, am Stützpunkt also 21=22 \cdot 1 = 2.
Stützpunkt-Wert fyf_y
fy(x0,y0)=2y0=4f_y(x_0, y_0) = 2 y_0 = 4
Allgemein fy=2yf_y = 2y, am Stützpunkt also 22=42 \cdot 2 = 4.

Werte einsetzen, ausmultiplizieren, Konstanten zusammenfassen. Die Konstanten beim Stützpunkt-Term (5285 - 2 - 8) summieren sich zu 5-5, die linearen Terme zu 2x+4y2x + 4y.

!!
Lineare Ersatzfunktion auflösen
t(x,y)=5+2(x1)+4(y2)=5+2x+4y\begin{aligned} t(x, y) &= 5 + 2(x - 1) + 4(y - 2) \\ &= -5 + 2x + 4y \end{aligned}
Zwei Zeilen: erst Schema einsetzen, dann ausmultiplizieren und Konstanten zusammenfassen.
Formel Spickzettel zum Beispiel
t(x,y)=5+2x+4yt(x,y) = -5 + 2x + 4y
Drei Stützpunkt-Werte: f=5f=5, fx=2f_x=2, fy=4f_y=4. Schema einsetzen, ausmultiplizieren, fertig.

2.3 Tangentialebene

Die Ersatzfunktion tt ist eine Funktion in zwei Variablen (x,y)t(x,y)(x, y) \mapsto t(x, y). Ihr Graph Γ(t)={(x,y,z):z=t(x,y)}\Gamma(t) = \{(x, y, z) : z = t(x, y)\} ist eine Ebene im R3\mathbb{R}^3. Diese Ebene heisst Tangentialebene.

Feststellung. tt ist linear, also ist Γ(t)\Gamma(t) eine Ebene. Beide partiellen Ableitungen tx=fx(x0,y0)t_x = f_x(x_0, y_0) und ty=fy(x0,y0)t_y = f_y(x_0, y_0) sind konstant (sie hängen nicht mehr von (x,y)(x, y) ab). Die Ebene hat überall dieselben Steigungen, daher ist sie flach.

Anders bei der echten Funktion ff: dort hängt die Steigung normalerweise vom Auswertungspunkt ab (auf dem Hügel ist sie an der Spitze flach, an den Flanken steil). Die Tangentialebene friert die Steigung am Stützpunkt ein und behält sie überall. Daher ist die Approximation in der Nähe von (x0,y0)(x_0, y_0) gut und weiter weg schlecht.

!!!
Tangentialebene TT
T:  z=f(x0,y0)+fx(x0,y0)(xx0)+fy(x0,y0)(yy0)\begin{aligned} T:\; z = & f(x_0, y_0) \\ &+ f_x(x_0, y_0)(x - x_0) \\ &+ f_y(x_0, y_0)(y - y_0) \end{aligned}
Punktmenge im R3\mathbb{R}^3. Inhaltlich identisch zur Ersatzfunktion, anders verpackt.

Im Beispiel oben (f=x2+y2f = x^2 + y^2 am Punkt (1,2)(1, 2)) ergibt das die konkrete Tangentialebene. Beide Schreibweisen, als z=z = \dots und als implizite Ebenen-Gleichung:

Beispiel Tangentialebene
T:  z=5+2x+4y    2x+4yz=5T:\; z = -5 + 2x + 4y \;\Longleftrightarrow\; 2x + 4y - z = 5
Zwei Schreibweisen. Links als Höhen-Funktion, rechts als implizite Ebenen-Gleichung.
Definition Tangentialebene TT
Punktmenge {(x,y,z):z=t(x,y)}\{(x, y, z) : z = t(x, y)\} im R3\mathbb{R}^3, also der Graph Γ(t)\Gamma(t) der linearen Ersatzfunktion.
Notation TT vs tt
TT ist die Punktmenge im R3\mathbb{R}^3 (Ebene). t:(x,y)t(x,y)t: (x, y) \mapsto t(x, y) ist die Funktion in zwei Variablen. Beziehung: T=Γ(t)T = \Gamma(t).

3.1 Approximations-Satz

Wie gut nähert die Ersatzfunktion tt die echte Funktion ff an? Antwort vorab: bei kleinem Schritt schrumpft der Approximations-Fehler schneller als die Schrittlänge. Dafür brauchen wir zuerst einen Namen für den Fehler.

Definition. Die Approximations-Differenz φ\varphi ist die Differenz zwischen ff am verschobenen Punkt und der Ersatzfunktion am verschobenen Punkt:

Approximations-Differenz φ\varphi
φ(Δx,Δy):=f(x0+Δx,y0+Δy)t(x0+Δx,y0+Δy)\varphi(\Delta x, \Delta y) := f(x_0+\Delta x,\, y_0+\Delta y) - t(x_0+\Delta x,\, y_0+\Delta y)
Misst, wie weit ff von der Tangentialebene am verschobenen Punkt abweicht.

Setzt man die Definition von tt aus §2.1 ein, kann man φ\varphi direkt mit ff und den partiellen Ableitungen am Stützpunkt schreiben:

φ\varphi ausgerechnet
φ(Δx,Δy)=  f(x0+Δx,y0+Δy)f(x0,y0)fx(x0,y0)Δxfy(x0,y0)Δy\begin{aligned} \varphi(\Delta x, \Delta y) =\; & f(x_0+\Delta x,\, y_0+\Delta y) - f(x_0, y_0) \\ &- f_x(x_0, y_0)\cdot \Delta x - f_y(x_0, y_0)\cdot \Delta y \end{aligned}
Echte Differenz f()f(x0,y0)f(\dots)-f(x_0,y_0) minus die zwei linearen Beiträge.

Satz. Für stetig differenzierbare ff schrumpft φ\varphi schneller gegen Null als der Abstand (Δx)2+(Δy)2\sqrt{(\Delta x)^2 + (\Delta y)^2}:

!!!
Approximations-Satz
limΔx,Δy0φ(Δx,Δy)(Δx)2+(Δy)2=0\begin{aligned} \lim_{\Delta x, \Delta y \to 0} \frac{\varphi(\Delta x, \Delta y)}{\sqrt{(\Delta x)^2 + (\Delta y)^2}} = 0 \end{aligned}
Voraussetzung: ff stetig differenzierbar in einer Umgebung von (x0,y0)(x_0, y_0).

Dieselbe Aussage in der Landau-Schreibweise (Klein-o):

Landau-o-Schreibweise
φ(Δx,Δy)=o((Δx)2+(Δy)2)fu¨Δx,Δy0\begin{aligned} \varphi(\Delta x, \Delta y) &= o\bigl(\sqrt{(\Delta x)^2 + (\Delta y)^2}\bigr) \\ &\text{für } \Delta x, \Delta y \to 0 \end{aligned}
g=o(h)g = o(h) heisst g/h0g/h \to 0. Aus Analysis I bekannt, hier in zwei Variablen.
Definition Approximations-Differenz φ\varphi
φ(Δx,Δy):=f(Punkt)t(Punkt)\varphi(\Delta x, \Delta y) := f(\text{Punkt}) - t(\text{Punkt}) am verschobenen Punkt (x0+Δx,y0+Δy)(x_0+\Delta x, y_0+\Delta y). Misst Abweichung von der Tangentialebene.
Notation φ\varphi in IV.4 (Pflicht-Hinweis)
Drittes φ\varphi über drei Pages. Hier Approximations-Differenz ftf - t in zwei Variablen. Nicht das φ\varphi aus IV.3 §2.2 (Hilfsfunktion) oder IV.3 §3 (IB-Komponente).
Notation Klein-o-Schreibweise
g=o(h)g = o(h) heisst g/h0g/h \to 0 im jeweiligen Limes. Aus Analysis I bekannt, hier zweidimensional (h=(Δx)2+(Δy)2h = \sqrt{(\Delta x)^2 + (\Delta y)^2}).
Formel Spickzettel
φ=o((Δx)2+(Δy)2)\varphi = o(\sqrt{(\Delta x)^2+(\Delta y)^2})
Approximations-Fehler schrumpft schneller als der Schrittabstand. Tangentialebene ist 'beliebig genau' bei kleinem Schritt.

3.2 Beweisskizze: MWS zweimal plus Stetigkeit

Beweis-Idee in einer Zeile: addiere und subtrahiere f(x0+Δx,y0)f(x_0+\Delta x, y_0) in φ\varphi, dann zwei Anwendungen des Mittelwertsatzes, dann Stetigkeit der partiellen Ableitungen.

Aufspalten. Wir setzen den Hilfsterm ±f(x0+Δx,y0)\pm f(x_0+\Delta x, y_0) ein und gruppieren so, dass die erste Differenz rein in yy, die zweite rein in xx läuft.

φ\varphi aufgespalten
φ=  [f(x0+Δx,y0+Δy)f(x0+Δx,y0)]+[f(x0+Δx,y0)f(x0,y0)]fx(x0,y0)Δxfy(x0,y0)Δy\begin{aligned} \varphi =\; & \bigl[f(x_0+\Delta x, y_0+\Delta y) - f(x_0+\Delta x, y_0)\bigr] \\ &+ \bigl[f(x_0+\Delta x, y_0) - f(x_0, y_0)\bigr] \\ &- f_x(x_0, y_0)\Delta x - f_y(x_0, y_0)\Delta y \end{aligned}
Erste Klammer: reine yy-Differenz bei fixiertem x0+Δxx_0+\Delta x. Zweite Klammer: reine xx-Differenz bei fixiertem y0y_0.

MWS in yy-Richtung. Es existiert ein η\eta zwischen y0y_0 und y0+Δyy_0+\Delta y mit:

MWS in yy-Richtung
f(x0+Δx,y0+Δy)f(x0+Δx,y0)=fy(x0+Δx,η)Δyf(x_0+\Delta x, y_0+\Delta y) - f(x_0+\Delta x, y_0) = f_y(x_0+\Delta x, \eta)\,\Delta y
η\eta liegt zwischen y0y_0 und y0+Δyy_0+\Delta y.

MWS in xx-Richtung. Es existiert ein ξ\xi zwischen x0x_0 und x0+Δxx_0+\Delta x mit:

MWS in xx-Richtung
f(x0+Δx,y0)f(x0,y0)=fx(ξ,y0)Δxf(x_0+\Delta x, y_0) - f(x_0, y_0) = f_x(\xi, y_0)\,\Delta x
ξ\xi liegt zwischen x0x_0 und x0+Δxx_0+\Delta x.

Quotient zerlegen. Beides in φ\varphi einsetzen, durch (Δx)2+(Δy)2\sqrt{(\Delta x)^2 + (\Delta y)^2} teilen, Vorfaktoren Δx\Delta x und Δy\Delta y als beschränkte Brüche nach vorn ziehen:

Quotient zerlegt
φ(Δx)2+(Δy)2=  Δx(fx(ξ,y0)fx(x0,y0))+Δy(fy(x0+Δx,η)fy(x0,y0))\begin{aligned} \frac{\varphi}{\sqrt{(\Delta x)^2+(\Delta y)^2}} =\; & \tfrac{\Delta x}{\sqrt{\dots}}\bigl(f_x(\xi, y_0) - f_x(x_0, y_0)\bigr) \\ &+ \tfrac{\Delta y}{\sqrt{\dots}}\bigl(f_y(x_0+\Delta x, \eta) - f_y(x_0, y_0)\bigr) \end{aligned}
Beide Vorfaktoren Δx/\Delta x / \sqrt{\dots}, Δy/\Delta y / \sqrt{\dots} sind durch 11 beschränkt.

Limes-Schluss. Limes Δx,Δy0\Delta x, \Delta y \to 0. Beide Vorfaktoren bleiben beschränkt durch 11. Die Klammer-Differenzen fx(ξ,y0)fx(x0,y0)f_x(\xi, y_0) - f_x(x_0, y_0) und fy(x0+Δx,η)fy(x0,y0)f_y(x_0+\Delta x, \eta) - f_y(x_0, y_0) gehen wegen Stetigkeit der partiellen Ableitungen gegen Null (sowohl ξx0\xi \to x_0 als auch ηy0\eta \to y_0, und fx,fyf_x, f_y sind stetig). Beschränkt mal Null ist Null. Also φ/(Δx)2+(Δy)20\varphi/\sqrt{(\Delta x)^2+(\Delta y)^2} \to 0.

Notation ξ,η\xi, \eta MWS-Zwischenstellen
ξ\xi liegt zwischen x0x_0 und x0+Δxx_0+\Delta x, η\eta liegt zwischen y0y_0 und y0+Δyy_0+\Delta y. Gleiche Rolle wie in IV.3 §2.2 Schwarz-Beweis: Mittelwertsatz-Auswertungen.
Merke Drei Schritte
Beweis-Pattern: aufspalten, MWS zweimal, Stetigkeit fügt zum Schluss alles zusammen. Gleiches Pattern wie Schwarz-Beweis.

4.1 Definition: df=fxdx+fydydf = f_x\,dx + f_y\,dy

Verschiebt man das Koordinatensystem in den Stützpunkt (x0,y0,f(x0,y0))(x_0, y_0, f(x_0, y_0)), wird die Ersatzfunktion zur kompakten Form mit zwei Termen. Statt 'Veränderung gegenüber dem Stützpunkt' rechnen wir 'Veränderung gegenüber dem Ursprung' der neuen Koordinaten.

Neue Variablen: dxdx statt Δx=xx0\Delta x = x - x_0, dydy statt Δy=yy0\Delta y = y - y_0, dfdf statt der Differenz t(x,y)f(x0,y0)t(x, y) - f(x_0, y_0). Die Schreibweise des totalen Differentials ist die kompakte Form:

!!!
Totales Differential
df=fx(x0,y0)dx+fy(x0,y0)dydf = f_x(x_0, y_0)\,dx + f_y(x_0, y_0)\,dy
Lineare Ersatzfunktion in verschobenen Koordinaten (dx,dy,df)(dx, dy, df).

Vergleich mit der Ersatzfunktion in den ursprünglichen Koordinaten: t(x,y)=f(x0,y0)+fxΔx+fyΔyt(x, y) = f(x_0, y_0) + f_x \cdot \Delta x + f_y \cdot \Delta y. Die zwei Terme fxdxf_x\,dx und fydyf_y\,dy entsprechen exakt den zwei Veränderungs-Beiträgen aus §2.1. Inhaltlich identisch, Schreibweise kompakter. Der Stützpunkt-Wert f(x0,y0)f(x_0, y_0) verschwindet im neuen Ursprung.

Diese kompakte Form ist genau das, was die Fehlerrechnung in §5 und §6 braucht. Statt mit Differenzen zum Stützpunkt zu hantieren, behandelst du dxdx und dydy wie kleine Stellschrauben, an denen dfdf proportional reagiert. Wenn du an xx um dxdx drehst, verändert sich ff ungefähr um fxdxf_x \cdot dx, und das ohne Wenn und Aber.

Definition Totales Differential
df=fx(x0,y0)dx+fy(x0,y0)dydf = f_x(x_0, y_0)\,dx + f_y(x_0, y_0)\,dy. Lineare Ersatzfunktion in den verschobenen Koordinaten (dx,dy,df)(dx, dy, df).
Formel Spickzettel
df=fxdx+fydydf = f_x\,dx + f_y\,dy
Zwei Terme statt drei. Stützpunkt-Wert verschwindet im neuen Ursprung.

4.2 Δf\Delta f vs dfdf

Zwei verwandte, aber nicht identische Grössen. Δf\Delta f ist die echte Veränderung von ff zwischen Stützpunkt und neuem Punkt, dfdf ist die lineare Ersatzgrösse aus §4.1. Der Unterschied ist genau der Approximations-Fehler φ\varphi aus §3.

Definition. Die echte Differenz: Δf:=f(x0+Δx,y0+Δy)f(x0,y0)\Delta f := f(x_0+\Delta x, y_0+\Delta y) - f(x_0, y_0).

Identifizieren wir Δx=dx\Delta x = dx und Δy=dy\Delta y = dy, dann ist Δfdf\Delta f - df exakt die Approximations-Differenz aus §3:

Δfdf\Delta f - df
Δfdf=φ(Δx,Δy)=o((Δx)2+(Δy)2)\Delta f - df = \varphi(\Delta x, \Delta y) = o\bigl(\sqrt{(\Delta x)^2 + (\Delta y)^2}\bigr)
Differenz schrumpft schneller als der Schrittabstand (aus §3).

Lies die Zeile als 'echter Funktionsunterschied minus lineare Schätzung gleich Approximations-Fehler'. Der Approximations-Satz aus §3 sagt, dass dieser Fehler schneller schrumpft als der Schrittabstand (Δx)2+(Δy)2\sqrt{(\Delta x)^2 + (\Delta y)^2}. Praktisch: wird der Schritt kleiner, wird der Fehler im Verhältnis zum Schrittabstand immer kleiner. Die lineare Näherung wird relativ zur Schrittgrösse also immer besser.

Aus dem Approximations-Satz folgt direkt: für kleine Δx=dx\Delta x = dx und Δy=dy\Delta y = dy ist Δfdf\Delta f \approx df. Genau diese Identifikation macht das totale Differential zum praktischen Werkzeug der Fehlerrechnung.

!!
Approximations-Resultat
Δx=dx,  Δy=dy klein    Δfdf\Delta x = dx,\; \Delta y = dy \text{ klein} \;\Longrightarrow\; \Delta f \approx df
Lineare Approximation ist gut bei kleinen Eingangsfehlern. Werkzeug der Fehlerrechnung.
Notation Δf\Delta f vs dfdf
Δf\Delta f exakte Differenz f(neu)f(alt)f(\text{neu})-f(\text{alt}), dfdf lineare Approximation. Differenz Δfdf=φ\Delta f - df = \varphi schrumpft schneller als der Schrittabstand.

5.1 Konzept: was ist überhaupt ein Fehler?

Eingangsgrössen x,yx, y kommen oft mit Messfehlern oder Fertigungstoleranzen. Diese Fehler vererben sich auf die berechnete Grösse f(x,y)f(x, y). Die Linearisierung aus §4 liefert die kompakte Schätzung für diese Vererbung.

Absoluter Fehler: Δfdf|\Delta f| \approx |df| für kleine Eingangsfehler. Relativer Fehler: Δf/fdf/f|\Delta f / f| \approx |df / f|. Der relative Fehler ist dimensionslos und damit zwischen verschiedenen Grössen vergleichbar.

Absoluter Fehler
Δfdf=fxdx+fydy|\Delta f| \approx |df| = |f_x\,dx + f_y\,dy|
Gleicher Wert wie das totale Differential, jetzt als Betrag.
Relativer Fehler
Δffdff\left|\frac{\Delta f}{f}\right| \approx \left|\frac{df}{f}\right|
Dimensionslos, zwischen verschiedenen Grössen vergleichbar.

Werkzeug für die obere Schranke: Dreiecksungleichung.

Dreiecksungleichung
a+ba+b\lvert a + b\rvert \leq \lvert a\rvert + \lvert b\rvert
Aus Analysis I bekannt. Werkzeug für die Worst-Case-Schranke.

Damit gilt dffxdx+fydy|df| \leq |f_x \cdot dx| + |f_y \cdot dy| und für den relativen Fehler analog. Die Dreiecksungleichung gibt die Worst-Case-Schranke.

Schranke für df|df|
dffxdx+fydy|df| \leq |f_x|\cdot|dx| + |f_y|\cdot|dy|
Worst-Case: alle Beiträge addieren sich gleichgerichtet.
Definition Absoluter und relativer Fehler
Absolut: Δfdf|\Delta f| \approx |df|. Relativ: Δf/fdf/f|\Delta f / f| \approx |df / f|. Der relative Fehler ist dimensionslos und damit vergleichbar.
Notation df|df| vs df/f|df/f|
df|df| trägt die Einheit von ff (z.B. kg·m²). df/f|df/f| ist dimensionslos, üblicherweise in Prozent angegeben.
Formel Dreiecksungleichung
a+ba+b|a + b| \leq |a| + |b|
Werkzeug für die Worst-Case-Schranke. In §5.2 und §6 immer wieder im Einsatz.

5.2 Allgemeine Fehlerfortpflanzung

Bei einer Funktion in Produkt-Potenz-Form f=cxaybf = c \cdot x^a \cdot y^b gibt es eine Faustregel: relative Fehler addieren sich, gewichtet mit den Exponenten. Direkt aus dem totalen Differential df=fxdx+fydydf = f_x\,dx + f_y\,dy rechnen, durch ff teilen, kürzen:

Relativer Fehler bei Produkt-Potenz
dff=adxx+bdyy\frac{df}{f} = a\,\frac{dx}{x} + b\,\frac{dy}{y}
Exponenten gewichten die relativen Fehler. Direkt aus f=cxaybf = c \cdot x^a y^b herleitbar.

Mit Dreiecksungleichung folgt die Schranke df/fadx/x+bdy/y|df/f| \leq |a| \cdot |dx/x| + |b| \cdot |dy/y|. Der Effekt: Variablen mit hoher Potenz beherrschen den Gesamtfehler. Bei einem R4R^4-Term wird der relative Fehler in RR vierfach gewichtet, bei einem hh-Term einfach. Konkrete Anwendung in §6.1.

Anschaulich: bei einem Produkt wirkt jede Variable unabhängig auf das Resultat, und ihr Fehler-Beitrag ist ihr eigener relativer Fehler, gewichtet mit dem Exponenten. Verdoppelst du xx in einem x2x^2-Term, vervierfacht sich ff. Daher zählt eine 1%1\%-Toleranz in einem x2x^2-Term doppelt, in einem x4x^4-Term vierfach.

Merke Exponenten gewichten
Merke: Bei f=cxaybf = c \cdot x^a y^b gilt df/fadx/x+bdy/y|df/f| \leq |a||dx/x| + |b||dy/y|. Variable mit höherer Potenz beherrscht den Gesamtfehler.

6.1 Massenträgheitsmoment Vollzylinder

Standard-Klausur-Aufgabe aus Mechanik mit Werkzeugen aus §5. Vollzylinder mit Radius RR, Höhe hh, konstante Dichte ρ\rho. Massenträgheitsmoment um die Rotationsachse:

Vollzylinder Θ\Theta
Θ=ρπ2R4h\Theta = \rho \cdot \tfrac{\pi}{2} \cdot R^4 \cdot h
Standard-Formel aus Mechanik. RR steckt mit Exponent 4 drin, hh mit Exponent 1.

Fertigungstoleranz in RR und hh je 1%1\%, also dR/R,dh/h1%|dR/R|, |dh/h| \leq 1\%. Wie gross ist der relative Fehler in Θ\Theta?

Absoluter Fehler. Totales Differential mit ΘR=ρπ24R3h\Theta_R = \rho \cdot \tfrac{\pi}{2} \cdot 4 R^3 \cdot h und Θh=ρπ2R4\Theta_h = \rho \cdot \tfrac{\pi}{2} \cdot R^4:

Absoluter Fehler dΘd\Theta
dΘ=ΘRdR+Θhdh=ρπ2(4R3hdR+R4dh)\begin{aligned} d\Theta &= \Theta_R\,dR + \Theta_h\,dh \\ &= \rho \cdot \tfrac{\pi}{2}\bigl(4 R^3 h\,dR + R^4\,dh\bigr) \end{aligned}
Vorfaktor ρπ/2\rho \cdot \pi/2 steht vor beiden Termen, kürzt sich später.

Relativer Fehler. Durch Θ=ρπ2R4h\Theta = \rho \tfrac{\pi}{2} R^4 h teilen. Vorfaktor ρπ2\rho \tfrac{\pi}{2} kürzt sich exakt, R3/R4=1/RR^3 / R^4 = 1/R, h/h=1h/h = 1:

!!
Relativer Fehler dΘ/Θ|d\Theta/\Theta|
dΘΘ=4dRR+dhh41%+1%=5%\begin{aligned} \left|\frac{d\Theta}{\Theta}\right| &= \left|4\,\frac{dR}{R} + \frac{dh}{h}\right| \\ &\leq 4 \cdot 1\% + 1\% = 5\% \end{aligned}
Dreiecksungleichung gibt die Schranke. Hauptanteil 4% aus RR, 1% aus hh.

Beobachtung. Hauptanteil aus RR (4%4\%), kleiner Anteil aus hh (1%1\%). Das ist der Effekt der vierten Potenz: RR steckt in Θ\Theta mit Exponent 4, hh mit Exponent 1. Daher beherrscht der RR-Fehler den Gesamtfehler.

Merke R4R^4 vs h1h^1
Merke: RR steckt in Θ\Theta mit Exponent 4, hh mit Exponent 1. Daher beherrscht der RR-Fehler den Gesamtfehler.

6.2 Spezifisches Gewicht (Archimedisches Prinzip)

Zweite Anwendungs-Aufgabe, hier mit Quotient und potenzieller Fehler-Explosion. Spezifisches Gewicht γ=FG/V\gamma = F_G / V einer Probe. Mit Archimedischem Prinzip: x=γVx = \gamma V ist die Gewichtskraft in Luft, y=(γ1)Vy = (\gamma - 1) V ist die Gewichtskraft unter Wasser (Auftrieb subtrahiert).

Spezifisches Gewicht γ\gamma
γ=FGV=xxy\gamma = \frac{F_G}{V} = \frac{x}{x - y}
Auflösung der zwei Archimedes-Gleichungen. Quotient mit Differenz im Nenner.

Messtoleranz dx/x,dy/y1%|dx/x|, |dy/y| \leq 1\%. Wie gross ist der relative Fehler in γ\gamma?

Absoluter Fehler. Quotientenregel auf γx\gamma_x und γy\gamma_y. Mit γx=(xy)x1(xy)2=y(xy)2\gamma_x = \frac{(x-y) - x \cdot 1}{(x-y)^2} = \frac{-y}{(x-y)^2} und γy=0x(1)(xy)2=x(xy)2\gamma_y = \frac{0 - x \cdot (-1)}{(x-y)^2} = \frac{x}{(x-y)^2}:

Absoluter Fehler dγd\gamma
dγ=γxdx+γydy=ydx+xdy(xy)2\begin{aligned} d\gamma &= \gamma_x\,dx + \gamma_y\,dy \\ &= \frac{-y\,dx + x\,dy}{(x - y)^2} \end{aligned}
Beide Terme zusammen, Nenner (xy)2(x-y)^2.

Relativer Fehler. Wir teilen dγd\gamma durch γ=x/(xy)\gamma = x/(x-y). Die Identität γ1=y/(xy)\gamma - 1 = y / (x - y) macht das Ergebnis kompakt:

γ1\gamma - 1 Identität
γ1=xxyxyxy=yxy\gamma - 1 = \frac{x}{x - y} - \frac{x - y}{x - y} = \frac{y}{x - y}
Schlüssel-Identität. Macht den Vorfaktor des relativen Fehlers in γ1|\gamma - 1| sichtbar.

Dreiecksungleichung. Nach dem Teilen und Anwenden der γ1|\gamma - 1|-Identität:

!!
Relativer Fehler dγ/γ|d\gamma/\gamma|
dγγ=γ1dxx+dyy2100γ1\begin{aligned} \left|\frac{d\gamma}{\gamma}\right| &= \lvert\gamma - 1\rvert \cdot \left|-\frac{dx}{x} + \frac{dy}{y}\right| \\ &\leq \frac{2}{100}\cdot\lvert\gamma - 1\rvert \end{aligned}
Vorfaktor γ1|\gamma - 1| kann gross werden, falls xx und yy sich nahezu kompensieren.

Beobachtung. Bei nahezu gleichen xx und yy wird γ1\gamma - 1 gross, der relative Fehler explodiert. Das ist die generische Numerik-Falle 'Subtraktion fast-gleich-grosser Zahlen': wenn xx und yy sich fast aufheben, geht ein Grossteil der signifikanten Stellen in der Differenz xyx - y verloren, und der relative Fehler wird riesig.

Schritt Was tun Resultat
1. Werte am Stützpunkt f(x0,y0)f(x_0, y_0), fx(x0,y0)f_x(x_0, y_0), fy(x0,y0)f_y(x_0, y_0) berechnen drei Zahlen
2. Lineare Ersatzfunktion t=f+fx(xx0)+fy(yy0)t = f + f_x(x - x_0) + f_y(y - y_0) Funktion in zwei Variablen
3. Tangentialebene Γ(t)\Gamma(t) als z=z = \dots Ebene im R3\mathbb{R}^3
4. Totales Differential df=fxdx+fydydf = f_x\,dx + f_y\,dy infinitesimale Form
5. Absoluter Fehler Δfdf|\Delta f| \approx |df|, Dreiecksungleichung fxdx+fydy\leq |f_x||dx| + |f_y||dy|
6. Relativer Fehler Δf/fdf/f|\Delta f / f| \approx |df / f| Exponent-gewichtete Summe
Lineare Approximation und Fehlerrechnung. Sechs Schritte vom Stützpunkt zur Fehler-Schranke.
Merke γ1|\gamma - 1| Vorfaktor
Merke: bei nahezu gleichen x,yx, y wird γ1\gamma - 1 gross, der Fehler explodiert. Subtraktion fast-gleich-grosser Zahlen ist die generische Numerik-Falle.
Formel Spickzettel γ\gamma
dγ/γ2100γ1|d\gamma/\gamma| \leq \tfrac{2}{100}|\gamma - 1|
Vorfaktor γ1|\gamma - 1| aus der Identität γ1=y/(xy)\gamma - 1 = y/(x-y). Schranke aus Dreiecksungleichung.

7.1 Aufgaben

Aufgaben werden vom Nutzer geliefert. Standard-Vorgehen: Werte am Stützpunkt berechnen, Ersatzfunktion oder dfdf aufstellen, je nach Aufgabe Tangentialebene angeben oder Fehlerrechnung ausführen. Cheat-Sheet aus §6 deckt die typischen Fälle ab.