1.1 Was ist Beanspruchung?

Beim Belasten eines Bauteils entstehen im Inneren Kräfte und Momente, die der äußeren Belastung das Gleichgewicht halten. Diese inneren Reaktionen werden als Beanspruchungen bezeichnet. Sie sind die Ursache dafür, dass sich ein Bauteil verformt, ermüdet oder bricht.

Beanspruchung ist nicht dasselbe wie die externe Last. Eine Schraube und ein Seil, die jeweils mit einer Kraft von 100 N belastet werden, können völlig unterschiedlich beansprucht werden: Die Schraube erfährt je nach Einbausituation beispielsweise Schub und Biegung, das Seil hingegen wird rein auf Zug beansprucht. Die externe Last beschreibt lediglich die äußere Einwirkung; die Beanspruchung beschreibt, wie das Bauteil intern darauf reagiert.

Mechanik II beginnt also mit der Frage: Wie sieht bei einer gegebenen externen Belastung die Beanspruchungsverteilung im Inneren aus? Daraus folgt im nächsten Schritt das Konzept der Spannung als lokale Beanspruchungsintensität (Kraft pro Fläche).

Definition Beanspruchung
Innere Kräfte und Momente in einem Bauteil als Reaktion auf externe Belastung.
Merke Belastung vs. Beanspruchung
Belastung ist extern (was angreift), Beanspruchung ist intern (was im Material wirkt). Erste sagt was kommt, zweite wie es das Bauteil trifft.

1.2 Die fünf Grundtypen

Eine externe Belastung kann auf ein Bauteil auf fünf grundverschiedene Arten wirken. Jede Art führt zu einer charakteristischen Verformung und einer charakteristischen Spannungsverteilung. In der Praxis treten oft Kombinationen auf, aber das Verständnis der Grundtypen ist die Basis.

Zug dehnt den Stab in Längsrichtung, Druck staucht ihn. Beides sind axiale Beanspruchungen, der Stab bleibt gerade. Im Spannungsbild führt Zug zu positiver Normalspannung σ>0\sigma > 0, Druck zu negativer Normalspannung σ<0\sigma < 0.

Schub verschiebt zwei benachbarte Materialschichten parallel zueinander. Typisch bei Bolzen, Schrauben und Klebeverbindungen. Der Stab schert ab, sobald die Schubspannung τ\tau zu gross wird.

Biegung krümmt den Stab quer zur Längsrichtung, Torsion verdreht ihn um die Längsachse. Diese beiden treten bei Trägern, Wellen und Rohren auf und werden in den späteren Kapiteln (6 bis 10) ausführlich behandelt. Hier reicht der Blick auf das Gesamtbild.

Definition Zug und Druck
Axiale Beanspruchungen: Zug zieht den Stab auseinander (σ>0\sigma > 0), Druck staucht ihn (σ<0\sigma < 0).
Definition Schub
Tangentiale Verschiebung benachbarter Materialschichten. Erzeugt Schubspannung τ\tau.
Definition Biegung und Torsion
Biegung: Querkrümmung durch ein Moment MM. Torsion: Verdrillung um die Längsachse durch ein Moment TT.
Merke Kombinationen sind die Regel
Reine Beanspruchungstypen sind didaktische Idealfälle. Reale Bauteile erleben fast immer Überlagerungen.

1.3 Von der Beanspruchung zur Spannung

Bislang haben wir von Kräften und Momenten gesprochen, die im Bauteil wirken. Aber eine Kraft an einem Bauteil ist nicht das Gleiche wie eine Kraft an einem starren Massepunkt. Eine 1000 N-Last über eine 1 cm²-Fläche aufgebracht ist viel kritischer als die gleiche Last über 100 cm². Das Material spürt nicht die Kraft, sondern die Kraft pro Fläche.

Genau das ist die zentrale Idee von Spannung: σ=F/A\sigma = F/A. Spannung ist die räumliche Dichte der inneren Kräfte. Sie ist eine lokale Grösse, definiert in jedem Punkt des Bauteils, und eine richtungsabhängige Grösse: an einem festen Punkt ist die Spannung anders, je nachdem in welche Richtung man durchschneidet. Das ist der Hauptunterschied zu Druck im Sinne der Hydrostatik (skalar, isotrop).

Die Richtungsabhängigkeit ist der Grund, warum wir in Kapitel 2 den Spannungstensor brauchen. Hier in Kapitel 1 reicht uns zunächst die einfache Formel σ=F/A\sigma = F/A für gleichmässig verteilte Spannungen. In Abschnitt 3 lernen wir die formale Definition über den Spannungsvektor.

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σ=FA\sigma = \frac{F}{A}
Mittlere Normalspannung bei gleichmässiger Verteilung. FF ist die senkrecht zur Schnittfläche wirkende Kraft, AA die Schnittfläche.
Definition Spannung
Kraft pro Flächeneinheit. Einheit: [σ]=N/mm2=MPa[\sigma] = \text{N/mm}^2 = \text{MPa}.
Merke Lokal und richtungsabhängig
Zwei Eigenschaften, die in Kap. 2 zur Tensor-Definition führen: ein Wert pro Punkt UND pro Schnittrichtung.
Querverweis Folgt
→ Kap. 2 Spannungstensor

2.1 Idee und Vorgehen

Wie kommt man von der externen Belastung zur Spannungsverteilung im Inneren? Über das Schnittprinzip: man denkt sich das Bauteil entlang einer beliebigen Ebene durchtrennt und betrachtet die zwei Hälften separat. Die innere Spannung wird dabei zur äusseren Belastung an der Schnittfläche und macht sich sichtbar.

Das Vorgehen läuft in drei Schritten: erstens einen passenden Schnitt wählen (oft senkrecht zur Längsachse). Zweitens das Gleichgewicht der einen Hälfte aufstellen, mit der unbekannten Schnittkraft als Innen-Last. Drittens die Schnittkraft auflösen und über die Schnittfläche zu einer Spannungsverteilung umrechnen.

Das funktioniert auf jedem Niveau: vom Gesamt-Bauteil bis zum infinitesimalen Volumenelement. In Kap. 2 werden wir das Schnittprinzip auf einen würfelförmigen Mikrokörper anwenden, um die Tensor-Komponenten herzuleiten.

Definition Schnittprinzip
Gedanklicher Schnitt durch ein Bauteil; innere Kräfte werden zu äusseren Schnittkräften der jeweiligen Hälfte.
Merke Drei Schritte
Schnitt wählen, Gleichgewicht der Hälfte aufstellen, Spannungsverteilung über die Schnittfläche bestimmen.

2.2 Innere Kräfte am Schnitt

An der Schnittfläche treten in beiden Hälften gleich grosse, entgegengesetzt gerichtete Kräfte auf. Das ist Newtons drittes Gesetz auf Material-Ebene: was die linke Hälfte auf die rechte ausübt, übt die rechte umgekehrt auf die linke aus. Im Gleichgewicht heben sich diese Schnittkräfte mit den externen Belastungen pro Hälfte auf.

Konkret kann man für jede Hälfte die resultierende Schnittkraft (Vektor) und das resultierende Schnittmoment (Vektor) bestimmen. Diese hängen sowohl vom Schnitt-Ort als auch vom Schnitt-Winkel ab. In einem Stab unter Axialzug ist die Schnittkraft an jedem Querschnitt gleich; bei einem Träger unter einer linienverteilten Last variiert sie mit der Position.

Die Aufteilung der Schnittkraft auf eine Spannungsverteilung über die Schnittfläche ist im Allgemeinen nicht trivial. Im einfachsten Fall (gleichmässige Verteilung) ist σ=F/A\sigma = F/A. Bei komplexen Querschnitten (etwa Biegung) ist die Verteilung über die Fläche linear oder nichtlinear, was wir in Kap. 6 behandeln werden.

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FSchnitt=As(X,n)dA\vec{F}_{\text{Schnitt}} = \int_A \vec{s}(\vec{X}, \vec{n})\,dA
Resultierende Schnittkraft als Integral der Spannungsverteilung über die Schnittfläche AA. s\vec{s} ist der Spannungsvektor (Section 3), X\vec{X} die Position, n\vec{n} die Schnittflächennormale.
Definition Schnittkraft, Schnittmoment
Resultierende der Spannungsverteilung an einer Schnittfläche, in Vektor-Form.
Merke Newton 3 lokal
Schnittkräfte beider Hälften sind betragsgleich und entgegengesetzt. Folgt direkt aus dem dritten Gesetz.

2.3 Spannungsdichte als Grenzwert

Aus der Schnittkraft pro Fläche wird durch einen Grenzprozess die Spannung in einem Punkt. Verkleinert man die Schnittfläche ΔA\Delta A um einen Punkt X\vec{X} herum auf null, und teilt die zugehörige Teil-Schnittkraft ΔF\Delta \vec{F} durch ΔA\Delta A, so erhält man im Limes den Spannungsvektor.

Der Vektor n\vec{n} ist die Schnittflächennormale und macht klar, dass das Resultat nicht nur vom Punkt X\vec{X}, sondern auch von der Wahl der Schnittebene abhängt. Hält man X\vec{X} fest und variiert n\vec{n}, hat man einen ganzen Schwarm von Spannungsvektoren, alle dem gleichen Punkt zugeordnet.

Diese doppelte Abhängigkeit von Position und Schnitt-Richtung ist die zentrale Tatsache, die in Kapitel 2 zur Tensor-Definition führt. Der Spannungstensor codiert die ganze Familie von s(n)\vec{s}(\vec{n})-Werten am gleichen Punkt X\vec{X} in einem mathematischen Objekt.

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s(X,n)=limΔA0ΔFΔA\vec{s}(\vec{X}, \vec{n}) = \lim_{\Delta A \to 0} \frac{\Delta \vec{F}}{\Delta A}
Spannungsvektor als Grenzwert. X\vec{X} Position des Punktes, n\vec{n} Normalen-Einheitsvektor der Schnittfläche, ΔF\Delta \vec{F} Teil-Schnittkraft auf der Teilfläche ΔA\Delta A um X\vec{X}.
Definition Spannungsvektor
Limes der Schnittkraft pro Fläche im Punkt X\vec{X} bei Schnittnormale n\vec{n}.
Notation s(X,n)\vec{s}(\vec{X}, \vec{n})
Zwei Argumente: erst Position X\vec{X}, dann Schnittnormale n\vec{n}. An festem Punkt verändert sich s\vec{s} mit der Wahl von n\vec{n}.
Querverweis Folgt
→ Kap. 2 Spannungstensor

3.1 Definition des Spannungsvektors

Aus dem Grenzprozess in 2.3 folgt die formale Definition: der Spannungsvektor s\vec{s} ist eine Funktion von zwei Argumenten. Erstens der Position X\vec{X} im Bauteil. Zweitens der Schnittflächennormale n\vec{n} am Punkt X\vec{X}. Verändert man eines der beiden Argumente, ändert sich s\vec{s} im Allgemeinen.

Vorzeichenkonvention für n\vec{n}: per Konvention zeigt n\vec{n} aus der betrachteten Hälfte heraus. Wechselt man die Hälfte, kippt n\vec{n} um, und mit ihm s\vec{s} (Newton 3, beide Hälften haben entgegengesetzte Spannungsvektoren am gleichen Punkt).

Da s\vec{s} ein Vektor ist, hat er drei Komponenten in einem (x,y,z)(x, y, z)-Koordinatensystem. Praktisch zerlegt man ihn aber lieber in Komponenten bezüglich der Schnittfläche: einen Anteil parallel zu n\vec{n} (Normalspannung) und einen Anteil senkrecht dazu (Schubspannung). Das ist der Inhalt des nächsten Abschnitts.

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s=s(X,n)\vec{s} = \boldsymbol{s}(\vec{X}, \vec{n})
Spannungsvektor am Punkt X\vec{X} bei Schnittnormale n\vec{n}. Beide Argumente sind nötig; der Wert ändert sich mit jedem von beiden.
Merke Zwei Argumente
s\vec{s} hängt vom Punkt UND von der Schnittrichtung ab. Beides muss in jeder Aufgabe angegeben sein.
Prüfungstipp Konvention für n\vec{n}
Normalenvektor zeigt immer aus der betrachteten Hälfte heraus.
Notation Spannungsvektor-Varianten
Hier: s\vec{s}. Andere Texte: s\boldsymbol{s} (fett ohne Pfeil) oder T(n)\boldsymbol{T}_{(\vec{n})} (Cauchy-Notation als Traktionsvektor zur Normalen n\vec{n}). Inhaltlich identisch.

3.2 Normal- und Schubspannung

Sei n\vec{n} die Schnittflächennormale (Einheitsvektor) und t\vec{t} ein Tangentenvektor in der Schnittebene (ebenfalls Einheitsvektor). Der Spannungsvektor lässt sich eindeutig zerlegen in einen Normalanteil und einen Schubanteil.

Die Normalspannung σn\sigma_n ist die Komponente von s\vec{s} entlang n\vec{n}, die Schubspannung τn\tau_n ist die Komponente in der Schnittebene. Damit gilt s=σnn+τnt\vec{s} = \sigma_n \vec{n} + \tau_n \vec{t}.

Die Beträge folgen aus dem Skalarprodukt: σn=sn\sigma_n = \vec{s} \cdot \vec{n}, und τn2=s2σn2\tau_n^2 = |\vec{s}|^2 - \sigma_n^2 über den Pythagoras (weil nt\vec{n} \perp \vec{t}). Das ist die Standard-Zerlegung, die in praktisch jeder Spannungs-Aufgabe auftaucht.

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s=σnn+τnt\vec{s} = \sigma_n\,\vec{n} + \tau_n\,\vec{t}
Eindeutige Zerlegung des Spannungsvektors in Normal- und Schubanteil. n\vec{n} Schnittnormale, t\vec{t} Tangenten-Einheitsvektor in der Schnittebene.
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σn=sn\sigma_n = \vec{s} \cdot \vec{n}
Normalspannung als Skalarprodukt des Spannungsvektors mit der Schnittnormale.
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τn=s2σn2=sσnn=Tn(sn)n=Tn((Tn)n)n\begin{aligned} \tau_n &= \sqrt{|\vec{s}|^2 - \sigma_n^2} \\ &= \left| \vec{s} - \sigma_n\,\vec{n}\right| \\ &= \left| \underline{\underline{T}}\,\vec{n} - (\vec{s} \cdot \vec{n})\,\vec{n}\right| \\ &= \left| \underline{\underline{T}}\,\vec{n} - \bigl((\underline{\underline{T}}\,\vec{n}) \cdot \vec{n}\bigr)\,\vec{n}\right| \end{aligned}
Schubspannungs-Betrag aus Pythagoras: s2=σn2+τn2|\vec{s}|^2 = \sigma_n^2 + \tau_n^2, da nt\vec{n} \perp \vec{t}.
Definition Normalspannung σn\sigma_n
Komponente von s\vec{s} in Richtung n\vec{n} (senkrecht zur Schnittfläche).
Definition Schubspannung τn\tau_n
Komponente von s\vec{s} in der Schnittebene (parallel zur Schnittfläche).
Formel Pythagoras
s2=σn2+τn2|\vec{s}|^2 = \sigma_n^2 + \tau_n^2
Folgt aus nt\vec{n} \perp \vec{t} und der eindeutigen Zerlegung.

3.3 Vorzeichenkonvention und Einheiten

Vorzeichen. Normalspannung ist positiv bei Zug, negativ bei Druck. Das folgt aus der Konvention, dass n\vec{n} aus der betrachteten Hälfte herauszeigt. Wenn s\vec{s} in die gleiche Richtung zeigt wie n\vec{n}, zieht das Material; σn>0\sigma_n > 0. Wenn s\vec{s} in die Gegenrichtung zeigt, drückt es; σn<0\sigma_n < 0. Schubspannung wird wie oben gesagt per Konvention nicht-negativ gerechnet, das Vorzeichen liegt in der Wahl von t\vec{t}.

Einheit. Spannung wird in Pascal Pa=N/m2\text{Pa} = \text{N/m}^2 gemessen. Im Mechanik-Kontext ist Pascal viel zu klein; die Standard-Einheit ist Megapascal MPa=N/mm2\text{MPa} = \text{N/mm}^2. Stahl hat z. B. eine Streckgrenze um 300MPa300\,\text{MPa}, Beton-Druckfestigkeit liegt um 30MPa30\,\text{MPa}.

Konsistente Notation. Wir verwenden in allen Mechanik-Kapiteln durchgehend die Notation aus der Vorlesung: Spannung σ\sigma, Schubspannung τ\tau, Spannungsvektor s=s(X,n)\vec{s} = \boldsymbol{s}(\vec{X}, \vec{n}), Spannungstensor T\underline{\underline{T}}. Wer parallel mit Lehrbüchern arbeitet, sollte beachten, dass dort manchmal T\boldsymbol{T} oder Σ\boldsymbol{\Sigma} statt T\underline{\underline{T}} steht.

Merke Vorzeichenregel
Zug positiv, Druck negativ. Folgt aus der Konvention, dass n\vec{n} aus der Hälfte herauszeigt.
Formel Einheit
1MPa=1N/mm2=106Pa1\,\text{MPa} = 1\,\text{N/mm}^2 = 10^6\,\text{Pa}
Standard-Einheit der Spannung im Maschinenbau und der Statik.
Notation Tensor-Doppelstrich
T\underline{\underline{T}} unterscheidet den Tensor (zwei Indizes) von Skalar oder Vektor.
Notation Vorzeichen-Konventionen
Hier: Zug positiv (σ>0\sigma > 0), Druck negativ (σ<0\sigma < 0), n\vec{n} aus der betrachteten Hälfte herauszeigend. Geomechanik dreht oft um (Druck positiv, weil Boden hauptsächlich auf Druck steht). Beim Lehrbuch-Wechsel prüfen.

3.4 Vorblick: der Spannungstensor

Aus dem nächsten Abschnitt (Beispiel 4.3, schräger Schnitt) wird sich zeigen, dass am gleichen Punkt unter gleicher Last verschiedene Schnittwinkel verschiedene Spannungsvektoren s(n)\vec{s}(\vec{n}) liefern. Die ganze Familie dieser Vektoren am gleichen Punkt lässt sich elegant in einem mathematischen Objekt codieren: dem Spannungstensor T\underline{\underline{T}}.

Formal ist T\underline{\underline{T}} eine 3×33 \times 3-Matrix mit sechs unabhängigen Komponenten: drei Normalspannungen auf der Diagonale (σx,σy,σz\sigma_x, \sigma_y, \sigma_z) und drei Schubspannungen ausserhalb (τxy,τxz,τyz\tau_{xy}, \tau_{xz}, \tau_{yz}). Den Spannungsvektor zu einer beliebigen Schnittnormalen n\vec{n} erhält man durch das Matrix-Vektor-Produkt s=Tn\vec{s} = \underline{\underline{T}} \cdot \vec{n}. Damit ist die Richtungsabhängigkeit aus Beispiel 4.3 mathematisch erledigt: ein einziger Tensor codiert alle möglichen s(n)\vec{s}(\vec{n}) am Punkt.

Symmetrie. Aus dem Momentengleichgewicht eines infinitesimalen Würfels folgt τxy=τyx\tau_{xy} = \tau_{yx}, τxz=τzx\tau_{xz} = \tau_{zx}, τyz=τzy\tau_{yz} = \tau_{zy}. Der Tensor ist also symmetrisch. Daher 6 unabhängige Komponenten (3 Diagonale plus 3 Off-Diagonale), nicht 9.

Gleichgewichtsbedingungen. Aus dem Kräftegleichgewicht eines infinitesimalen Volumenelements unter äusserer Volumenkraft f\vec{f} folgen drei partielle Differentialgleichungen. Sie verbinden die räumlichen Ableitungen der Tensor-Komponenten mit den äusseren Kräften und sind das Fundament für jede Spannungsanalyse in 3D. Volle Behandlung in Kap. 2 und 3.

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Spannungstensor
Txyz=(σxτxyτxzτxyσyτyzτxzτyzσz)\underline{\underline{T}}_{xyz} = \begin{pmatrix} \sigma_x & \tau_{xy} & \tau_{xz} \\ \tau_{xy} & \sigma_y & \tau_{yz} \\ \tau_{xz} & \tau_{yz} & \sigma_z \end{pmatrix}
Diagonale: Normalspannungen. Off-Diagonal: Schubspannungen. Symmetrisch wegen Momentengleichgewicht: τxy=τyx\tau_{xy} = \tau_{yx}, τxz=τzx\tau_{xz} = \tau_{zx}, τyz=τzy\tau_{yz} = \tau_{zy}.
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Spannungsvektor zu beliebigem Schnitt
s(X,n)=T(X)n\vec{s}(\vec{X}, \vec{n}) = \underline{\underline{T}}(\vec{X}) \cdot \vec{n}
Cauchy-Hauptsatz. Der Tensor am Punkt X\vec{X} wirkt linear auf die Schnittnormale n\vec{n} und liefert den Spannungsvektor.
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Gleichgewichtsbedingungen
xσx+yτxy+zτxz+fx=0xτxy+yσy+zτyz+fy=0xτxz+yτyz+zσz+fz=0\begin{aligned} \partial_x \sigma_x + \partial_y \tau_{xy} + \partial_z \tau_{xz} + f_x &= 0 \\ \partial_x \tau_{xy} + \partial_y \sigma_y + \partial_z \tau_{yz} + f_y &= 0 \\ \partial_x \tau_{xz} + \partial_y \tau_{yz} + \partial_z \sigma_z + f_z &= 0 \end{aligned}
Kräftegleichgewicht eines infinitesimalen Volumenelements unter Volumenkraft f=(fx,fy,fz)\vec{f} = (f_x, f_y, f_z)^\top. Drei partielle Differentialgleichungen.
Definition Spannungstensor
T\underline{\underline{T}} ist die 3×33 \times 3-Matrix der 9 (wegen Symmetrie 6 unabhängigen) Spannungs-Komponenten am Punkt X\vec{X}.
Formel Cauchy-Hauptsatz
s=Tn\vec{s} = \underline{\underline{T}} \cdot \vec{n}
Tensor mal Schnittnormale ergibt den Spannungsvektor. Lineare Abbildung.
Merke Symmetrie
τxy=τyx\tau_{xy} = \tau_{yx} aus Momentengleichgewicht eines infinitesimalen Würfels. Daher 6 unabhängige Komponenten statt 9.
Notation Tensor-Symbol
In dieser Vorlesung: T\underline{\underline{T}} (Doppelunterstrich). In anderen Lehrbüchern: T\boldsymbol{T}, σ\boldsymbol{\sigma} oder Σ\Sigma. Index-Schreibweise: σij\sigma_{ij} oder TijT_{ij}. Inhaltlich identisch.
Notation Schubspannungs-Indizes
τxy\tau_{xy}: erster Index = Schnittflächen-Normalrichtung, zweiter Index = Spannungs-Richtung in der Schnittebene. Manche Texte ordnen umgekehrt; durch die Symmetrie ist es egal.

4.1 Beispiel: Zugstab unter Axiallast

Aufgabe. Ein Stab mit Querschnittsfläche A=100mm2A = 100\,\text{mm}^2 wird durch eine Axialkraft F=30kNF = 30\,\text{kN} auf Zug belastet. Bestimme die Normalspannung an einem Querschnitt senkrecht zur Stabachse und prüfe gegen die Streckgrenze von Baustahl (Re=235MPaR_e = 235\,\text{MPa}).

Lösungsweg in 4 Schritten

  1. Schritt 1: Schnitt wählen
    Welcher Schnitt liefert die einfachste Spannungsverteilung? Bei einem Stab unter reiner Axiallast ist der Schnitt senkrecht zur Stabachse die natürliche Wahl. Die Spannungsverteilung über den Querschnitt ist dann gleichmässig.
    Der Schnitt liegt senkrecht zur Stabachse, die Schnittfläche ist die volle Querschnittsfläche A=100mm2A = 100\,\text{mm}^2.
    n=ex    (Stabachse),A=100mm2\vec{n} = \boldsymbol{e}_x \;\;\text{(Stabachse)}, \quad A = 100\,\text{mm}^2
  2. Schritt 2: Schnittkraft aus Gleichgewicht
    Wir betrachten eine Hälfte des freigeschnittenen Stabes. An der Schnittfläche wirkt die Schnittkraft, gleich gross wie die externe Last FF, in Stabrichtung.
    Da die Last axial ist und der Stab unter reinem Zug steht, ist die Schnittkraft F=30kN=30000NF = 30\,\text{kN} = 30\,000\,\text{N}.
    FSchnitt=Fex=30000Nex\vec{F}_{\text{Schnitt}} = F\,\boldsymbol{e}_x = 30\,000\,\text{N}\,\boldsymbol{e}_x
  3. Schritt 3: Spannungsverteilung
    Bei gleichmässiger Verteilung über die Querschnittsfläche ist die Spannung der einfache Quotient σ=FA\sigma = \frac{F}{A}. Das gilt nur, weil die Last axial und der Querschnitt konstant ist.
    Einsetzen der Zahlenwerte:
    σ=FA=30000N100mm2=300MPa\sigma = \frac{F}{A} = \frac{30\,000\,\text{N}}{100\,\text{mm}^2} = 300\,\text{MPa}
  4. Schritt 4: Bewertung
    Die berechnete Spannung von 300MPa300\,\text{MPa} liegt über der Streckgrenze Re=235MPaR_e = 235\,\text{MPa}. Bedeutet: der Stab fliesst plastisch und ist nicht sicher dimensioniert.
    Sicherheitsbeiwert ν=Re/σ=235/3000,78<1\nu = R_e / \sigma = 235/300 \approx 0{,}78 < 1, also Versagen.
    σ>Re    nicht zula¨ssig\sigma > R_e \;\Rightarrow\; \text{nicht zulässig}
Formel Resultat
σ=300MPa\sigma = 300\,\text{MPa}
Über Re=235MPaR_e = 235\,\text{MPa} von Baustahl: Versagen.
Merke σ=F/A\sigma = F/A
Gilt nur bei axialer Last und konstantem Querschnitt mit gleichmässiger Verteilung.
Prüfungstipp Bewertung nicht vergessen: Spannung gegen Materialgrenze prüfen, sonst ist die Aufgabe nicht beantwortet.

4.2 Beispiel: Bolzen unter Schub

Aufgabe. Zwei Bleche werden durch einen Bolzen mit Durchmesser d=10mmd = 10\,\text{mm} verbunden. Die Bleche werden mit F=8kNF = 8\,\text{kN} gegeneinander gezogen. Bestimme die mittlere Schubspannung im Bolzen-Querschnitt und vergleiche mit der zulässigen Schubspannung von Baustahl (τzul=0,6Re141MPa\tau_{\text{zul}} = 0{,}6\,R_e \approx 141\,\text{MPa}).

Lösungsweg in 4 Schritten

  1. Schritt 1: Schnitt durch den Bolzen
    Die kritische Stelle ist der Bolzen-Querschnitt in der Spaltebene zwischen den zwei Blechen. Genau dort werden die Bleche relativ zueinander verschoben, und die Querschnittsebene des Bolzens nimmt die ganze Last als Schub auf.
    Der Schnitt liegt in der Trennebene zwischen oberen und unterem Blech, senkrecht zur Bolzenachse. Schnittfläche = Bolzen-Querschnittsfläche.
    A=πd24=π(10mm)2478,54mm2A = \frac{\pi\,d^2}{4} = \frac{\pi \cdot (10\,\text{mm})^2}{4} \approx 78{,}54\,\text{mm}^2
  2. Schritt 2: Schubkraft aus Gleichgewicht
    Das obere Blech wird mit FF nach rechts gezogen, das untere mit FF nach links. Das Gleichgewicht jeder Hälfte (eines der Bleche plus Bolzen-Stück) liefert eine tangentiale Kraft FF in der Schnittebene.
    Schubkraft V=F=8kN=8000NV = F = 8\,\text{kN} = 8\,000\,\text{N}, parallel zu den Blechen.
    V=F=8000NV = F = 8\,000\,\text{N}
  3. Schritt 3: Mittlere Schubspannung
    Bei gleichmässiger Verteilung über den Bolzen-Querschnitt ergibt sich die Schubspannung als τ=V/A\tau = V/A. Die echte Verteilung ist parabolisch (Section 8 Schubspannung infolge Querkraft), aber für eine Sicherheitsabschätzung reicht der Mittelwert.
    Einsetzen:
    τ=VA=8000N78,54mm2101,9MPa\tau = \frac{V}{A} = \frac{8\,000\,\text{N}}{78{,}54\,\text{mm}^2} \approx 101{,}9\,\text{MPa}
  4. Schritt 4: Bewertung
    Die berechnete Schubspannung liegt unter τzul141MPa\tau_{\text{zul}} \approx 141\,\text{MPa}. Sicherheitsbeiwert ν=τzul/τ1,38\nu = \tau_{\text{zul}}/\tau \approx 1{,}38. Die Verbindung hält, ist aber nur knapp im sicheren Bereich.
    Für eine konservative Auslegung (ν2\nu \geq 2) wäre ein grösserer Bolzendurchmesser nötig, etwa d=12mmd = 12\,\text{mm}.
    τ102MPa<τzul141MPa  \tau \approx 102\,\text{MPa} < \tau_{\text{zul}} \approx 141\,\text{MPa} \;\checkmark
Formel Resultat
τ101,9MPa\tau \approx 101{,}9\,\text{MPa}
Unter τzul141MPa\tau_{\text{zul}} \approx 141\,\text{MPa}: Verbindung hält.
Merke Schubebene
Bei einem Bolzen die Querschnittsebene in der Trennfuge zwischen den verbundenen Teilen.
Prüfungstipp Mehrschnittige Bolzen
Bei zwei Schubebenen (zweischnittig) ist die effektive Fläche 2A2A. Schubspannung halbiert sich.

4.3 Beispiel: Schräger Schnitt durch einen Zugstab

Aufgabe. Der gleiche Zugstab wie in 4.1 (A0=100mm2A_0 = 100\,\text{mm}^2, F=30kNF = 30\,\text{kN}, σ0=F/A0=300MPa\sigma_0 = F/A_0 = 300\,\text{MPa}). Aber jetzt der Schnitt unter Winkel α\alpha zur Querschnittsnormalen. Zeige, dass σn\sigma_n und τn\tau_n am Schnitt von α\alpha abhängen, und bestimme den Winkel α\alpha für τn,max\tau_{n,\max}.

Lösungsweg in 5 Schritten

  1. Schritt 1: Schräge Schnittfläche
    Bei Schnittwinkel α\alpha ist die Schnittfläche grösser als der gerade Querschnitt. Der Faktor 1/cosα1/\cos\alpha kommt aus der Geometrie: ein schräger Schnitt unter α\alpha überspannt mehr Material als ein senkrechter.
    Damit ist die Spannung pro Fläche kleiner; aber die Schnittkraft wirkt jetzt nicht mehr rein normal zur Schnittfläche.
    Aα=A0cosαA_\alpha = \frac{A_0}{\cos\alpha}
  2. Schritt 2: Schnittkraft zerlegen
    Die Schnittkraft FF wirkt entlang der Stabachse. Bezüglich der schrägen Schnittfläche zerlegen wir sie in einen Anteil entlang der Schnittnormale n\vec{n} und einen Anteil tangential dazu, in der Schnittebene.
    Normalanteil: Fn=FcosαF_n = F\cos\alpha. Tangentialanteil: Ft=FsinαF_t = F\sin\alpha. Bei α=0\alpha = 0 wird Ft=0F_t = 0 (reiner Zug). Bei α=90°\alpha = 90° wird Fn=0F_n = 0 (Schnittebene wäre parallel zur Achse, was mechanisch keinen Stab mehr trifft).
    Fn=Fcosα,Ft=FsinαF_n = F\cos\alpha, \quad F_t = F\sin\alpha
  3. Schritt 3: Normalspannung am schrägen Schnitt
    Normalspannung ist Normalkraft pro Schnittfläche. Einsetzen von FnF_n und AαA_\alpha liefert eine Funktion in α\alpha, die schön mit σ0\sigma_0 skaliert.
    Bei α=0\alpha = 0: σn=σ0\sigma_n = \sigma_0 (voller Querschnitt-Wert). Bei α=90°\alpha = 90°: σn=0\sigma_n = 0 (keine Normalkomponente mehr).
    σn(α)=FnAα=FcosαA0/cosα=σ0cos2α\sigma_n(\alpha) = \frac{F_n}{A_\alpha} = \frac{F\cos\alpha}{A_0/\cos\alpha} = \sigma_0\,\cos^2\alpha
  4. Schritt 4: Schubspannung am schrägen Schnitt
    Analog zur Normalspannung, aber mit FtF_t als Tangentialanteil. Die doppelten Trigonometrie-Terme lassen sich mit sin(2α)=2sinαcosα\sin(2\alpha) = 2\sin\alpha\cos\alpha kompakt schreiben.
    Maximum von sin(2α)\sin(2\alpha) liegt bei 2α=90°2\alpha = 90°, also α=45°\alpha = 45°.
    τn(α)=FtAα=σ0sinαcosα=σ02sin(2α)\tau_n(\alpha) = \frac{F_t}{A_\alpha} = \sigma_0\,\sin\alpha\cos\alpha = \frac{\sigma_0}{2}\,\sin(2\alpha)
  5. Schritt 5: Maximale Schubspannung
    Bei α=45°\alpha = 45° ist die Schubspannung am Schnitt maximal. Dann ist sin(2α)=1\sin(2\alpha) = 1 und cos2α=1/2\cos^2\alpha = 1/2, also σn\sigma_n und τn\tau_n gleich gross.
    τn,max=σ0/2=150MPa\tau_{n,\max} = \sigma_0/2 = 150\,\text{MPa} bei α=45°\alpha = 45°. Gleichzeitig σn(45°)=σ0/2=150MPa\sigma_n(45°) = \sigma_0/2 = 150\,\text{MPa}.
    τn,max=σ02    bei    α=45°\tau_{n,\max} = \frac{\sigma_0}{2} \;\;\text{bei}\;\; \alpha = 45°
Formel Normalspannung schräg
σn(α)=σ0cos2α\sigma_n(\alpha) = \sigma_0\,\cos^2\alpha
Bei α=0\alpha = 0: voller Wert. Bei α=45°\alpha = 45°: Hälfte.
Formel Schubspannung schräg
τn(α)=σ02sin(2α)\tau_n(\alpha) = \frac{\sigma_0}{2}\,\sin(2\alpha)
Maximum bei α=45°\alpha = 45° mit τn,max=σ0/2\tau_{n,\max} = \sigma_0/2.
Merke Maximum bei 45°45°
Bruchwinkel spröder Materialien unter Druck.
Querverweis Folgt
→ Kap. 2 Mohrscher Kreis

Aufgaben mit Musterlösungen

Drei Multiple-Choice-Aufgaben aus Übungsserie 1 und alten Klausuren. Markiere deine Antwort, klick Lösung prüfen, dann erscheint der vollständige Lösungsweg mit allen Zwischenschritten. Erst rechnen, dann nachsehen.

Aufgabe 1

Aus Übungsserie 1, Aufgabe H2(a). Gegeben sei ein einfach gelagerter Balken der Länge LL mit Lagern AA (links) und CC (rechts), unter einer vertikal angreifenden Gleichstreckenlast ww (Kraft pro Länge). Berechne den Verlauf der Querkraft Qy(x)Q_y(x), mit x[0,L]x \in [0, L] ab dem linken Lager.

Aufgabe 2

Aus Klausur FS24, Frage A1. Gegeben sei der Spannungstensor im xyzx{-}y{-}z-Koordinatensystem {T}xyz=(101010101)k\{\underline{\underline{T}}\}_{xyz} = \begin{pmatrix} -1 & 0 & 1 \\ 0 & 1 & 0 \\ 1 & 0 & 1 \end{pmatrix} k mit k>0k > 0. Bestimme die Normalspannung σn\sigma_n, die auf eine Schnittfläche mit der Flächennormalen {n}xyz=13(111)\{\vec{n}\}_{xyz} = \frac{1}{\sqrt{3}}\begin{pmatrix} -1 \\ -1 \\ 1 \end{pmatrix} wirkt.

Aufgabe 3

Aus Klausur FS25, Frage A1. Gegeben sei der Spannungstensor im xyzx{-}y{-}z-Koordinatensystem {T}xyz=(120210001)k\{\underline{\underline{T}}\}_{xyz} = \begin{pmatrix} 1 & 2 & 0 \\ 2 & -1 & 0 \\ 0 & 0 & -1 \end{pmatrix} k mit k>0k > 0. Bestimme die Normalspannung σn\sigma_n, die auf eine Schnittfläche mit der Flächennormalen {n}xyz=12(011)\{\vec{n}\}_{xyz} = \frac{1}{\sqrt{2}}\begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 1 \end{pmatrix} wirkt.
MerkeErst selbst rechnen, dann Lösung prüfen!